Arbeitslose sollen selber suchen

Ein neues Programm der Areitsvermittlung ist im Kreis Kleve erfolgreich.
Ein neues Programm der Areitsvermittlung ist im Kreis Kleve erfolgreich.
Foto: imago/Ralph Peters
Was wir bereits wissen
Mit einem neuen Programm erzielen vier Jobcenter im Kreis Kleve einen erstaunlichen Erfolg: Langzeitarbeitslose sollen sich selbst Arbeit besorgen

Kreis Kleve..  Eigentlich klingt die Idee ganz einfach – und irgendwie auch selbstverständlich. Wer keine Arbeit mehr hat, der soll sich selbst auf die Suche begeben, um eine neue Stelle zu finden. Die Kommunen Kleve, Goch, Kevelaer und Rees verbuchen mit einem neuen Programm einen erstaunlichen Erfolg: Die Langzeitarbeitslosen sollen sich ihre Arbeit selber suchen. Und das funktioniert.

Die Hartz-IV-Empfänger werden nur noch in einer Gruppe von einem Mitarbeiter der Jobagentur betreut und unterstützt, die aktive Suche nach einer neuen Arbeitsstelle müssen sie allerdings gänzlich alleine regeln. Das positive Resultat: Von 243 Teilnehmern des Projektes „Work-first“ haben 112 Hartz-IV-Bezieher tatsächlich eine neue Stelle gefunden. Die Vermittlungsquote liegt bei 46 Prozent: „Das ist ein richtig gutes Ergebnis mit einem vielversprechenden Ansatz“, freute sich gestern Günter Franik, Fachbereichsleiter für Jugend, Soziales und Jobcenter in der Kreisverwaltung, bei der Vorstellung der monatlichen Arbeitsmarktzahlen.

Vermittlungsquote von 46 Prozent

Franik erklärt, dass die Hartz-IV-Empfänger vom Jobcenter die wichtigsten Grundinformationen erhalten und Unterstützungen am Computer. „Ansonsten setzten wir ganz auf Eigenverantwortung“, so Franik. Dieser Ansatz lasse sich allerdings nur mit Menschen realisieren, „die sich auch motivieren lassen“. Wer nicht mitarbeiten möchte, der wird auch keine neue Arbeitsstelle finden.

Aufgrund der guten konjunkturellen Lage sei es für die Jobcenter insgesamt einfacher geworden, Langzeitarbeitslose auf dem Arbeitsmarkt zu platzieren. Im vergangenen Monat wurden 364 Hartz-IV-Bezieher vermittelt, davon 237 Menschen in eine sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. „Die Vermittlung ist etwas einfacher geworden. Allerdings ist der Automatismus, dass eine gute Konjunktur sofort zu weniger Langzeitarbeitslosen führt seit drei, vier Jahren so nicht mehr festzustellen“, sagte Franik. Dies habe unterschiedliche Gründe. Vor allem sei die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt für Langzeitarbeitslose mit geringer Qualifikation gestiegen. Mehr Frauen und ältere Männer arbeiten und auch die Zuwanderung sei größer geworden.