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Apotheker werden knapp

25.08.2010 | 16:09 Uhr
Apotheker werden knapp

Kreis Kleve.An den Ruhestand muss Henrik Scholten noch nicht denken. „Zum Glück“, sagt der Apotheker aus Bedburg-Hau. Einen Nachfolger für die Apotheke Am Rathaus zu finden, dürfte eine Mammutaufgabe werden.

„Es gibt immer weniger Pharmazie-Studenten und damit immer weniger Abgänger“, sagt Scholten. „Mittelfristig werden wir ein Problem bekommen.“ Für seine Apotheke in Bedburg-Hau hat er anderthalb Jahre nach einem Apotheker gesucht, für eine weitere in Kleve fand sich schon nach vier Monaten jemand. „Da haben wir aber einfach Glück gehabt“, so Scholten.

Keine sichere
Vorsorge mehr

Die Zeiten, als der Verkauf von Apotheken noch als sichere Altersvorsorge galt, sind im Kreis Kleve längst vorbei. „Die Branche hat ein Nachwuchsproblem“, ist sich Ulrich Schlotmann, der Sprecher der Apotheker im Kreis sicher. Kein Zufall also, das in den vergangenen Jahren die Lohengrinapotheke und die Burgapotheke in Kleve geschlossen wurden.

„Der Apothekerberuf ist immer eher ein Frauenberuf gewesen“, sagt Schlotmann, „setzt sich dann die Familienplanung in Gang, kommt es eben zu Fluktuationen.“ Viele kehrten danach zwar wieder in den Beruf zurück, „aber längst nicht alle“.

Weil sich im Gesundheitswesen viel in kurzer Zeit ändere, erschwere dies die Rückkehr nach der Babypause, glaubt Heiko Buff von der Einhorn-Apotheke: „Es gibt ein Nachwuchsproblem in ländlichen Gebieten.“

Kleve nicht attraktiv genug

Zudem sei Kleve für junge Apotheker nicht so attraktiv. „Städte sind attraktiver“, sagt Schlotmann, „wer von der Uni kommt, möchte dort bleiben, wo der Lebensmittelpunkt ist.“ Weil Kleve mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur umständlich erreichbar sei, kämen Absolventen aus Duisburg oder Köln nur selten auf die Idee, hierhin zu ziehen.

Dabei wächst der Bedarf an Apotheken. Durch den demographischen Wandel – die Deutschen werden immer älter – steigt auch der Bedarf an Medikamenten und Beratungen weiter an.

Die Zukunft könnte daher den Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) gehören. Diese absolvieren eine zweieinhalbjährige Ausbildung und dürfen danach beraten und Medikamente verkaufen. Pharmazeutisch-kaufmännische Assistenten (PKA) dürfen dagegen die Buchhaltung übernehmen, aber keine Medikamente verkaufen. Trotzdem muss ein Apotheker immer körperlich anwesend sein. Buff: „Ich kenne Kollegen, die suchen schon seit Jahren nach Mitarbeitern.“

Piet Keusen

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