Anwohner fordern Parkausweise

Goch..  Thomas Claaßen (50) aus Goch ärgert sich: „Ich schlafe nicht so gut, wache oft auf und muss an diese Sache denken.“ Mit dieser Sache meint er die geplanten Parkgebühren für Goch, die ab März oder April erhoben werden sollen. Dann ist’s vorbei mit dem freien Parken. Dann kosten 20 Minuten in der City 20 Cent, Parkdauer höchstens zwei Stunden. Auf speziellen Standplätzen ist ganztägiges Parken für 5,40 Euro drin.

Jahrestickets

„Es ist gar keine Frage, dass wir hier in Goch nicht um Parkgebühren rum kommen“, gibt Claaßen zu, „aber es ist nicht akzeptabel, dass es laut eines Ratsbeschlusses weder Anwohnerparkausweise noch Jahrestickets geben soll.“ Um dagegen anzugehen machte sich Claaßen anfang des Monats auf der von ihm ins Leben gerufenen F acebookseite „Goch – Gegen Parkgebühren für Anwohner und Angestellte“ Luft. „Das große Echo hat mich selbst total überrascht“, gibt er zu.

Bis gestern hat die Gruppe 661 „Gefällt mir“-Klicks bekommen. Dort gibt’s sämtliche Infos zum Stand der Dinge und was jeder tun kann, um sich nicht so zu ärgern, wie Claaßen es tut. „Ich habe jetzt schon Probleme an der Roggenstraße, wo ich wohne, einen Parkplatz zu bekommen.

Demnächst kann ich nur zwei Stunden hier stehen. Das geht gar nicht.“ Denn Claaßen ist als Erzieher im Schichtdienst tätig und hat dadurch noch größere Probleme. Durchschlafen geht dann je nach Schicht nicht mehr - weil die Parkuhr ruft.

Immerhin - jetzt tut sich einiges in Goch: Bei einer von Claaßen initiierten Versammlung vor Karneval kamen mehr als 70 Bürger. Unterschriftenaktionen wurden ins Leben gerufen - und ganz viele machen jetzt mit. Die Forderung: Parkausweise (30 Euro pro Jahr) für Anwohner und Angestellte, sobald die Gebührenpflicht los geht.

„Soweit ich weiß sind die 55 Parkautomaten schon in Goch angekommen“, erklärte Claaßen im Gespräch mit der NRZ.