Antrag auf eine vierte Tankstelle in Kranenburg

Foto: Evers, Gottfried (eve)

Kranenburg..  Nicht nur die Supermärkte in der „Frischearena“ locken die niederländischen Kunden nach Kranenburg, sondern auch die Benzinpreise auf deutschem Boden. So betrug der Unterschied für einen Liter Benzin in den vergangenen Tagen bis zu 20 Cent.

Derzeit gibt es in Kranenburg drei Tankstellen. Nun liegt der Gemeinde die Anfrage des Argos-Unternehmens vor, das eine weitere Zapfstation an der Ecke Klever Straße/Abfahrt Bundesstraße 9 bauen will, auf der Wiese gegenüber der Gaststätte Hünnekes-Kreusch. Die Firma Argos Retail Germany GmbH (ehemals Claassen Mineralöl GmbH am Klever Ring) bestätigt das.

Die Kranenburger Verwaltung wolle das Vorhaben nun wohlwollend prüfen und versuchen Planungsrecht zu schaffen, heißt es. Ein Problem könnte sein, dass die Abfahrt von der neuen Tankstelle auf die Bundesstraße 504 führen müsste. Dazu muss der Landesbetrieb Straßenbau NRW grünes Licht geben. Die Zufahrt soll nach ersten Überlegungen von der Klever Straße erfolgen. Auch ist der Rat der Gemeinde bislang lediglich über die Anfrage informiert worden.

Handfestere Tankstellen-Probleme gibt es aktuell auf der Klever Straße in Kranenburg. Regelmäßig kommt es hier vor der seit 63 Jahren bestehenden Aral-Tankstelle zu Behinderungen. So staut sich der Verkehr immer wieder zu den Stoßzeiten Richtung Kleve bis in den Kreisverkehr. Die tankwilligen Niederländer stellen sich mit ihren Wagen ganz rechts auf die Fahrbahn und sorgen so für chaotische Szenen in der Kranenburger Ortsmitte.

Tankstellenpächter Daniel Cloosters wollte auf eigene Kosten einen Streifen, der sich noch neben der Fahrbahn befindet, ausbauen lassen. Diesen könnten seine wartenden Kunden dann als Standfläche nutzen. Aber: „Mein Antrag für das Vorhaben wurde nicht genehmigt“, sagt Cloosters. Planer und Verkehrsexperten hatten davon abgeraten, den Streifen, der als Versickerungsmulde dient, zu verdichten.

Der Betreiber, dem daran gelegen ist, die Sicherheit zu verbessern, zeigt sich enttäuscht von der Entscheidung der Verwaltung. „Ich habe schon zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um die Tankzeiten zu reduzieren und somit für geringere Wartezeiten zu sorgen“, sagt der Tankwart. Neben neuen, schnelleren Zapfvorrichtungen, einer zusätzlichen Diesel-Zapfsäule habe er auch eine zweite Kasse eingerichtet.

Zudem argumentiert die Verwaltung: Die Straßenverkehrsordnung gelte auch auf der Klever Straße und daran habe man sich zu halten – auch wenn man günstig Kraftstoff tanken wolle.

Sollte die neue Tankstelle kommen, würde sich die Situation auf der Klever Straße vermutlich ohnehin entzerren. Wenn nicht veränderte Spritpreise im Vorfeld ohnehin für eine Entspannung sorgen. So haben sich Tankstellenbetreiber im benachbarten Ausland mit großen Investitionen in Zapfsäulen vor einiger Zeit einmal verschätzt.