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KUNST

„Als Beuys-Zentrum etablieren”

30.12.2009 | 05:00 Uhr
„Als Beuys-Zentrum etablieren”

Moyland. Ein Leitbild wird entwickelt, Schwerpunkte werden gesetzt, die Außenwirkung überdacht, Zielgruppen und Qualitätsstandards klarer definiert.

Seit dem Dienstantritt von Dr. Bettina Paust als neue künstlerische Direktorin des Museums Schloss Moyland stehen zwar nicht alle Zeichen auf Anfang, aber doch auf einen umfangreichen, sachlich wie fachlich begründeten Neustart des Hauses.

„Wir stellen das Museum unter neue Vorzeichen, befinden uns in einer Umbruch- und Aufbruchsituation”, erklärt die Museumsleiterin. Konsequent beginnt sie umzusetzen, was sie mit der Präsentation ihres Konzeptes für Moyland im vergangenen Mai begonnen hat. Die Entfernung der Stelen des Künstlers Uwe Claus vor einigen Wochen gehört ebenso dazu wie die angekündigte Schließung des Schlossgebäudes für fast ein Jahr im September 2010.

Klarheit und Stringenz

„Wir müssen und wir werden unser Profil neu erarbeiten”, so Paust. Dazu gehört die inhaltliche Neukonzeption der ständigen Sammlung, die mit architektonischen Veränderungen im Schloss einhergeht. Entwickelt werden soll im kommenden Jahr ein Leitsystem – zunächst für das Schlossgebäude, später für die gesamte Anlage.

Derzeit sind bereits drei sogenannte Proberäume im Schloss geschlossen. Die inhaltliche Neukonzeption steht bereits, Raumverteilung und Etagen sind festgelegt. „Was wir schaffen wollen, ist eine Klarheit und Stringenz, die das Haus unverwechselbar machen”, so Paust. Im Zentrum steht natürlich Joseph Beuys. Paust: „Wir wollen uns viel stärker als Beuys-Zentrum etablieren”, unterstreicht die 48-Jährige und kündigt für 2010 die Ausstellung „Beuys: Energieplan. Zeichnungen aus der eigenen Sammlung” an. An der Schau arbeiten neben Bettina Paust mit Jean-Christophe Ammann und Nicole Fritz weitere Beuys-Experten.

Andere Schwerpunkte setzt die Museumsleiterin etwa auf Grafik. Immer aber sollen Bezugspunkte zu Beuys sichtbar sein. Dabei denkt sie etwa an das Verhältnis zwischen James Lee Byars und Joseph Beuys.

Stichwort Imagepflege: „Es ist viel Überzeugungsarbeit nötig”, ist sich Paust bewusst und meint das schwere Fahrwasser, in das das Museum in den vergangenen Jahren geraten und die Kritik, der das Haus ausgesetzt war. „Ich führe viele Gespräche und kommuniziere unsere Arbeit.” Sie glaube, so die Kunsthistorikerin weiter, dass sich die öffentliche Wahrnehmung ändere. Sie habe den Eindruck, so Paust, dass wieder genauer hingesehen werde und die Auseinandersetzung mit dem Haus wieder über Inhalte stattfinde. „Wir müssen uns mit der Vergangenheit auseinandersetzen”, ist sich die Direktorin im Klaren und meint etwa die Angriffe Heiner Bastians und die gerichtliche Auseinandersetzung um die Präsentation der Tischer-Fotos einer Beuys-Aktion. Aber: „Wir gehen diesen Weg, davon wird uns niemand abbringen”, gibt sich Paust kämpferisch. „Mich machen diese Angriffe stärker.”

Bewegung in der Sammlung

Wie sieht sie denn ihr Verhältnis zu Eva Beuys? „Ich wünsche mir für 2010, dass wir uns sachlich unterhalten können, jenseits jeglicher Emotionalität”, meint Bettina Paust. Ganz gleich, ob sich dieser Wunsch erfüllen wird, eines ist sicher: In der Sammlung, die das Museum Schloss Moyland hütet, wird es in Zukunft viel Bewegung geben.

Claudia Gronewald

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