Ärger um Kitaplätze in Bedburg-Hau

Irmgardis Wanders mit Kindern im Pius Kindergarten.
Irmgardis Wanders mit Kindern im Pius Kindergarten.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die Klever Kreisverwaltung kritisiert die mangelhafte Zusammenarbeit mit den Kindergarten-Trägern und spricht Missstände bei der Belegung der Einrichtungen und der angebotenen Leistungen an

Bedburg-Hau..  Es geschieht nicht häufig, dass ein Mitarbeiter der Kreisverwaltung so deutlich wird. Frank Unruh, Jugendamtsleiter des Kreises Kleve, bemängelte in der jüngsten Ratssitzung in Bedburg-Hau zahlreiche Punkte über die mangelhafte Zusammenarbeit mit den Trägern der Bedburg-Hauer Kindergärten. Der größte Vorwurf lautet: Die 72 vom Land NRW geförderten Kindergartenplätze werden von den Trägern nicht als solche zur Verfügung gestellt. Für die U3-Betreuung seien unterm Strich nur 57 Plätze angeboten worden.

Muss Kirche Geld zurückzahlen?

So sei für den Pius-Kindergarten in Hau der Bedarf für drei Kleinkind- Gruppen unter drei Jahren bereitgestellt worden. Tatsächlich gibt es aber nur zwei Gruppen. Sechs Kleinkind-Plätze werden nun von Kindern über 3 Jahre belegt. Und das ist laut Gesetz nicht rechtens. Frank Unruh kündigte während der Ratssitzung an, dass auf den Träger des Pius-Kindergarten erhebliche Nachforderungen seitens des Landesrechnungshofes zukommen könnten. Es könne nicht sein, dass die Kindergärten für die U3-Betreuung ausgebaut werden, aber dann die Plätze nicht zur Verfügung gestellt werden, so Unruh im Gespräch mit der NRZ. Eine mögliche Rückzahlung könnte 120 000 Euro betragen. Denn jeder Kindergartenplatz sei mit 20 000 Euro gefördert worden, so Unruh. „Ich glaube nicht, dass den Trägern das so bewusst ist.“

Diesen Vorwurf lässt Irmgardis Wanders, Leiterin der Einrichtung in Hau, nicht stehen: „Das Kreisjugendamt ist ja noch nicht einmal in unserem Hause gewesen. Herr Unruh hat alle Planungen abgezeichnet und war mit unserer Vorgehensweise einverstanden.“ Natürlich habe er Recht, dass man die U3-Plätze nicht mit Ü3-Kindern auffüllen könne: „Nur was machen wir denn mit den älteren Kindern? Die sind in unserer Einrichtung, die kann ich ja jetzt nicht wegschicken“, ärgert sich Irmgardis Wanders.

Fehlende Rücksprache

In der Ratssitzung bemängelte Frank Unruh auch die schlechte Zusammenarbeit zwischen den Trägern und dem Kreisjugendamt. Er habe im Dezember alle Träger im Kreis Kleve angeschrieben und zu einem Gespräch eingeladen. Einzig die Träger in Bedburg-Hau hätten das Gespräch mit der Kreisverwaltung nicht gesucht. Man hätte viele Missverständnisse zeitig aus dem Weg räumen können, so Unruh. Er werde jetzt noch einmal zu einem Gespräch nach Ostern einladen. „Davon werden wir mit Sicherheit Gebrauch machen“, kündigte Irmgardis Wanders an. Sie versicherte, dass sie keine Einladung von der Kreisverwaltung erhalten habe. Auch Pfarrer Lürwer, als Vertreter des Trägers, habe keine Einladung erhalten. Wenn die Kirche für den Pius-Kindergarten die Fördergelder zurückzahlen muss, weiß Lürwer keinen Rat: „Das können wir nicht zurückzahlen“, sagt der Pfarrer.