Adolf Hitler: Rat in Kalkar distanziert sich von Ehrenbürgerschaft

Der Stadtrat Kalkar hat Adolf Hitler jetzt ausdrücklich die Ehrenbürgerwürde entzogen.
Der Stadtrat Kalkar hat Adolf Hitler jetzt ausdrücklich die Ehrenbürgerwürde entzogen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die Stadt Kalkar distanziert sich in einem Ratsbeschluss noch einmal von der Ehrung für Adolf Hitler im Jahr 1933. Mit seinem Tod sei der Titel erloschen.

[kein Linktext vorhanden] Der Rat der Stadt Kalkar hat sich jetzt noch einmal mit der angeblich bestehenden Ehrenbürgerschaft Adolf Hitlers beschäftigt. Der Grüne Willibald Kunisch hatte einen Antrag eingereicht. Er war der Meinung, dass der Rat der Stadt Kalkar noch einmal ausdrücklich die Ehrenbürgerschaft des Diktators aberkennen müsse. Im Vorfeld gab es Berichterstattungen in mehreren Tageszeitungen im In- und Ausland und im Fernsehen, in denen Kunisch behauptete, dass Hitler nie die Ehrenbürgerwürde der Stadt Kalkar aberkannt worden sei. Der Rat bemängelte, dass mit falschen Äußerungen dabei ein völlig verkehrtes Bild von Kalkar in den Medien im In- und Ausland gezeichnet worden ist.

Adolf Hitlers Ehrenbürgerschaft wird nicht formell aberkannt

Kalkar.. Nach Beratung in Ausschüssen und Fraktionen konnte gestern ein gemeinsamer Beschluss gefasst werden, allerdings wird darin die Ehrenbürgerschaft Hitlers nicht formell aberkannt – denn diese erlosch mit dem Tod des Diktators. Jochem Reinkens (SPD) betonte, dass diese Sichtweise bereits vom früheren Innenminister Burkhard Hirsch bestätigt worden sei und im Jahr 2003 auch vom Hauptausschuss bekräftigt worden ist. Reinkens: „Für uns war immer leitend: Es kann nicht aberkannt werden, was bereits entzogen worden ist.“


Der Beschluss des Stadtrates lautet nun: „Die teilweise sachlich unrichtige in- und ausländische Berichterstattung im Zusammenhang mit der Ehrenbürgerschaft Adolf Hitlers in unserer Stadt nimmt der Stadtrat zum Anlass, die folgende Erklärung zu verabschieden:

Ehrenbürgerschaft mit dem Tod Adolf Hitlers erloschen

"Die Ehrenbürgerschaft Adolf Hitlers ist mit seinem Tod erloschen. Dies ist ausdrücklich in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vom 17.7.2003 bestätigt worden.

2. Der Rat der Stadt Kalkar distanziert sich in aller Form vom Beschluss der Kalkarer Gemeindevertretung vom 2.5.1933, Reichskanzler Adolf Hitler unmittelbar nach der Machtübergabe zum Ehrenbürger der Stadt Kalkar zu ernennen. Der damals einstimmig gefasste Beschluss ist ein historisches Faktum und gehört deshalb aus heutiger Sicht zu den dunkelsten Kapiteln der lokalen Geschichte. Deshalb bekräftigt der Kalkarer Rat nachdrücklich, dass Adolf Hitler der Ehrenbürgerwürde Kalkars unwürdig war. Gerade in einer Zeit vermehrter Fremdenfeindlichkeit und neonazistischer Aktivitäten sowie aktueller Übergriffe auf Migrantenunterkünfte ist es uns wichtig, diese Klarstellung vorzunehmen.“