Ackern wie ein Ochse

Der Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte wird ausgezeichnet.
Der Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte wird ausgezeichnet.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die Kalkarer Karnevalsgesellschaft ehrt den Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte aus Bedburg-Hau

Kalkar/Bedburg-Hau..  Mitten in der Session, wenn die Narrenkappen am Niederrhein Hochkonjunktur haben, zeichnet die Kalkarer Karnevalsgesellschaft (KKG) Ehrenamtlich Engagierte mit dem Ochsenorden aus. Der 47. Träger ist ein Verein, genauer gesagt: der Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte (Kreisverband Kleve) e.V. (KVKM). Traditionell am Ochsensonntag – immer zwei Wochen vor dem Rosennmontagswochenende – werden die Ochsenordensträger geehrt. Am 1. Februar wird der KVKM-Vorsitzende Wolfgang Wachholz die Auszeichnung stellvertretend für die rund 180 Mitglieder im historischen Rathaus in Kalkar entgegen nehmen.

1970 gegründet

Der KVKM ist 1970 gegründet worden und seit 1973 Förderverein der LVR-Dietrich-Bonhoeffer-Schule mit Förderschwerpunkt für körperliche und motorische Entwicklungen von Kindern mit Behinderungen in Bedburg-Hau. Gegründet von Eltern, die Kinder auf der Schule hatten oder haben. Und genau wissen, welche Förderungen für die Jungen und Mädchen wichtig sind und herangeschafft werden müssen. Auch der Vorsitzenden Wachholz hatte seinen heute 37-jährigen Sohn dort an der Schule, der heute in einer Hausgemeinschaft lebt, wo er auch weiterhin begleitet werden kann. Auch dieses sogenannte Betreute Wohnen ist aus den Reihen des KVKM heraus 1998 ins Leben gerufen worden. Und wird seit 2005 von einem eigens dafür gegründeten Verein BetreuWo betreut. „Der KVKM-Vorstand hat den Verein ins Leben gerufen“, erklärte Wolfgang Wachholz.

Für die Schule hat der Verein KVKM bereits einiges angeschafft. „Z.B. eine Lese- und Spielecke und Schwimmwesten für uns“, zählt der 13-jährige Leon Musiolik, Schülersprecher an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule auf, der täglich eine zweistündige (Hin- und Rückfahrt)-Fahrt von Wesel aus in Kauf nimmt, um in Bedburg-Hau gut gefördert zu werden.

„Außerdem konnten wir zwei Kleinbusse finanzieren, therapeutisches Reiten, Spielgeräte für den Schulspielplatz und spezielle Lernmaterialien“, ergänzt Wachholz. Dahinter steckt natürlich viel Arbeit, sehr viel ehrenamtliches Engagement.

Namensvetter

Die Vereinsmitglieder ackern sozusagen wie die Ochsen - und das für nichts – so lässt sich die Verbindung zum Ochsenorden herstellen. „Der Ochse ist ja auch ein Arbeitstier und Namensvetter des Ordens, Symboltier der KKG“, unterstrich Kalkars Bürgermeister Gerhard Fonck. Auch Bedburg-Haus Bürgermeister Peter Driessen freut sich, dass es nach 2001 endlich „wieder mal einen Ordensträger aus unserer Gemeinde gibt.“

Paul Jamin, KKG-Vorsitzender,, und Stephan Weber, Senatspräsident, betonten, den richtigen Ochsenordensträger gefunden zu haben. Für den Verein träfen die Statuten zur Ordensvergabe voll zu: „Ein Herz hat nur, wer ein Herz für andere hat.“