Abstimmung mit den Füßen

Das Team des Dorfladens in Grieth. Von links: Birgit Mosler, Bert Meijers, Evan Heuvelmann mit Sohn Maurice, Daniel Derix, Rolf Passens, Anja Maibach, Jochem Reinkens, Ingmar Kerkhoff, Robert Kaldenhoven
Das Team des Dorfladens in Grieth. Von links: Birgit Mosler, Bert Meijers, Evan Heuvelmann mit Sohn Maurice, Daniel Derix, Rolf Passens, Anja Maibach, Jochem Reinkens, Ingmar Kerkhoff, Robert Kaldenhoven
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Etwa 110 Interessierte waren zur Gründungsversammlung des Griether Dorfladens gekommen. Die neue Genossenschaft darf mit 22 000 Euro Eigenkapital rechnen

Kalkar-Grieth..  Im Mai soll es losgehen. Dann soll am Marktplatz in Grieth ein Laden eröffnen. Ein Laden für den täglichen Bedarf, kombiniert mit einem Café. Das Griether Hanselädchen. Getragen von einer Genossenschaft. „Es gibt eine tolle Gemeinschaft in Grieth, die schon vieles zusammen geschafft hat“, meinte Christian Reintjes, der dem Vorstand der Genossenschaft in Gründung angehört. „Das zeichnet diesen Stadtteil aus, dass alle mitmachen“, lobte Kalkars Bürgermeister Gerhard Fonck die Bewohner der alten Hansestadt Grieth. Und er kündigte an: „Wir werden das Projekt unterstützen.“

40 000 Euro werden benötigt

Unterstützung ist auch nötig. Vor allem von Seiten der Griether Bürgerinnen und Bürger. Zur Gründungsversammlung in der Griether Bürgerhalle waren etwa 110 von ihnen gekommen. Und bis auf einen Skeptiker, der laute Zweifel am Projekt äußerte, war die Grundstimmung der anderen: Toll, wir bekommen einen Laden. Am Schluss waren Zeichnungserklärungen über immerhin 22 000 Euro zusammengekommen. 40 000 Euro werden benötigt, um den Laden ohne Kredite eröffnen zu können. Die Sache nimmt also Fahrt auf.

Es klingt ja auch gut: Treffpunkt, Informationsstelle, Vollsortimentladen, Café – dadurch will man die Lebensqualität vor Ort erhöhen und das Dorf attraktiv für Zuzügler machen. „Außerdem stärkt der Laden den Tourismus, vor allem den Fahrradtourismus“, erklärte Birgit Mosler, die ebenfalls dem Vorstand angehört. Schon morgens um halb Sieben soll es frisch belegte Brötchen geben, dazu Kaffeespezialitäten. Ein Bringdienst in Grieth ist ebenso geplant wie der Verleih von Transportkörben. Ein Gebäude am Markt ist bereits gefunden. Neben einem Geschäftsführer mit halber Stelle – diesen Job soll Christoph Horrix übernehmen – will die Genossenschaft Verkäuferinnen auf Minijobbasis beschäftigen. „Der Laden muss ja nicht das Privatleben eines Inhabers finanzieren“, sagte Reintjes. Eine schwarze Null als Betriebsergebnis reicht also aus.

Auch das war ein Grund für die Wahl der Rechtsform Genossenschaft. Ingmar Kerkhoff, der ebenfalls schon im Vorfeld aktiv am Dorfladenkonzept mitgearbeitet hat, führte weitere Gründe an: „Die Satzung ist durch die Genossenschaft geprüft, so dass niemand Schindluder treiben kann“, sagte er. Zudem seien Eintritt und Austritt unkompliziert, und weil jeder Genossenschaftler unabhängig von seiner Einlage nur eine Stimme habe, sei eine „feindliche Übernahme“ kaum möglich. Als Mitglied habe man Auskunftsrecht, könne Anträge stellen und komme in den Genuss einer Rückerstattung in Form von Einkaufsgutscheinen, wenn der Laden Gewinn abwerfe. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. „Am Schluss ist es so“, formulierte Fonck: „Sie stimmen mit den Füßen ab, ob der Laden Zukunft hat.“

Absichtserklärungen zum Beitritt in die Genossenschaft sind noch jederzeit möglich. Man verpflichtet sich damit, im März einen Anteil (oder mehrere) im Wert von jeweils 250 Euro zu zeichnen.