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Abriss!

13.06.2012 | 18:38 Uhr
Abriss!
Nachdem das Gebäude jahrelang nach einer Insolvenz nicht fertig gebaut wurde soll es jetzt einen Käufer gefunden haben. Foto: Thorsten Lindekamp / WAZ FotoPool

Kleve. Jetzt kommen die Bagger von Siebers. Vielleicht noch acht Wochen, dann wird nichts mehr da sein von der Rohbau-Ruine ­Lightex im Klever Gewerbegebiet Hammscher Hof. Nach zehn Jahren zieht die Sparkasse Kleve einen Schlussstrich unter dieses unrühmliche Kapitel. Und lässt das Betongerippe jetzt vom Kranenburger Tiefbauunternehmen „Gebrüder Siebers“ dem Erdboden gleichmachen.

Es ist genau zehn Jahre her, dass die Arbeiten eingestellt worden sind. Eine Forschungseinrichtung sollte es werden, für 2000 hoch qualifizierte Arbeitsplätze. Laborräume, Büroflächen, Präsentationsräume. 25 Millionen Euro wollte der Uedemer Peter Küppers in Kleve investieren, um hier Forschung für die Bauindustrie zu betreiben. Vergeblich. Übrig geblieben ist das Beton-Ungetüm, das der Sparkasse und der Klever Wirtschaftsförderung seit Jahren Kopfschmerzen bereitete – weil man es nicht vermarkten konnte.

Abriss innerhalb einer Woche

Nun das Ende. Rudi van Zoggel, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Kleve: „Während des Insolvenzverfahrens hat es vielfältige Bemühungen zur Vermarktung des Rohbaus gegeben, dessen baulicher Zustand bis zuletzt besser war, als es von außen schien.“ Trotz vielversprechender Ansätze sei es letztlich nicht zu einem erfolgreichen Verkauf gekommen. „Angesichts der Lage auf dem Immobilienmarkt gehen wir nicht davon aus, dass es in absehbarer Zeit gelingen wird, einen Interessenten für Büroflächen dieser Größe zu finden“, so van Zoggel. In der Vermarktung dieses 28.300 Quadratmeter großen unbebauten Gewerbegrundstücks sieht er größere Chancen – „sowohl für uns, als auch für das Gewerbegebiet.“

Mit den vorbereitenden Maßnahmen für den Abriss wurde bereits begonnen. Das Unternehmen Siebers hat Bauzäune aufgestellt und wird jetzt das Gebäude entkernen. Unternehmer Paul Siebers rechnet damit, dass der Abriss mit einem Spezialbagger gut eine Woche dauern wird. Danach wird der Beton an Ort und Stelle aufbereitet, so dass man ihn wieder verwerten kann. „Der Stahl wird vom Beton getrennt“, erklärt Siebers. Gut einen Monat wird das Unternehmen für das Recycling benötigen.

All die Bemühungen, das unvollendete Gebäude doch noch verkaufen zu können, scheiterten. „Als Produktionsstätte muss es zu einem Unternehmen genau passen“, sagt Sparkassensprecher Ludger Braam. Hochregallager werden aber heute nun mal anders errichtet und das erste Stockwerk sei als Produktionsstätte nicht geeignet. Die Sparkasse hofft, das Gelände nach dem Abriss besser vermarkten zu können. Die Kosten für den Abriss hielten sich in Grenzen, so Braam.

Im Jahr 2006 gab es mal einen Hoffnungsschimmer für die Immobilie. Ein Niederländer wollte hier chemische Produkte für die Bauindustrie vertreiben. Durch die Wirtschaftskrise zog sich die Tillman GmbH aber wieder zurück.

Andreas Gebbink

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