A57 wird für 150 Millionen Euro grunderneuert

Derzeit wird zwischen Uedem und Goch der Standstreifen fit gemacht, damit er gut von LKWs befahren werden kann.
Derzeit wird zwischen Uedem und Goch der Standstreifen fit gemacht, damit er gut von LKWs befahren werden kann.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Erst wird der Standstreifen tragfähiger gemacht, dann folgt über gut fünf Jahre im Grunde ein kompletter Neubau der A57 von der Grenze bis zum Kreuz Kamp-Lintfort.

Goch/Kreis Kleve.. Mit besonderen Sensoren unterm Fahrzeug analysieren die Spezialisten bei Straßen.NRW mal eben jeden Zentimeter der A57. Jede Spurrille wird aufgezeichnet. Und am Ende ist klar, die Autobahn hat „Erhaltungsbedarf“, wie es Projektleiter Stephan Huth von der zuständigen Autobahnniederlassung Krefeld nennt. Das erklärt auch die derzeit laufenden Bauarbeiten zwischen Kleve und Uedem. Seit Oktober gibt’s dort Deckenarbeiten an den Standstreifen in beide Fahrtrichtungen, die im Februar abgeschlossen sein sollen.

Die letzten Analysedaten sind von vor zwei Jahren und genauso lange läuft die Vorbereitung für die derzeitigen Arbeiten und die folgenden. Denn das die A57 nur 80-km/h zulässt, damit müssen Autofahrer nun für Jahre rechnen. Insgesamt soll die Autobahn von der niederländischen Grenze bis zum Kreuz Kamp-Lintfort grundsaniert werden.

80er-Zone über Jahre

„Im Grunde wird das ein Autobahnneubau unter fließendem Verkehr“, umreißt Huth die Planungen: Die Fahrbahndecke wird erneuert, die Leitplanken, die Entwässerung, die Markierung, auch der Lärmschutz wird neu erfasst. Insgesamt dauern diese Bauarbeiten fünf bis sechs Jahre. Weitere kilometerlange Absperrungen sind also geplant. Mindestens je eine Spur pro Richtung soll dabei offen bleiben. Vollsperrungen sind nicht geplant. Huth favorisiert, dass zu jeder Zeit je zwei Spuren pro Fahrtrichtung befahrbar bleiben sollen. Also mehr als derzeit, wo jeweils nur eine Spur nutzbar ist.

Damit das überhaupt realisiert werden kann, muss bei den künftigen Arbeiten der Standstreifen als volltragfähige Fahrbahn herhalten. „Darum wird der Bereich derzeit ertüchtigt“, sagt Huth. Auf den Standstreifen könnten zwar Fahrzeuge bei einer Panne halten, ließe man da aber den kompletten LKW-Verkehr drüberfahren, „dann hat man nach zwei Tagen Spaß.“ Sprich: neue Spurrillen und größere Schäden. So vermeidet man eine „Baustelle in der Baustelle“, weil man wisse, dass der Standstreifen dann den Vollverkehr aushalte.

150 Millionen Euro verbauen

13 000 Fahrzeuge düsen in Höhe der niederländischen Grenze pro Fahrtrichtung über die Autobahn 57. In Höhe des Kreuzes Kamp-Lintfort sind es bereits 63 000 Fahrzeuge. So hat es Straßen.NRW gezählt. Saniert wird jeweils 40 Kilometer in jede Richtung. Weil man grob mit 2 Millionen Euro an Kosten pro Autobahnkilometer kalkuliert, handelt es sich am Ende um eine 150-Mio-Baumaßnahme. Verbaut sind bisher 2,5 Millionen Euro.

Südlich vom Kamp-Lintforter-Kreuz wird’s übrigens noch teurer. Denn dort arbeitet Straßen.NRW seit und noch für Jahre am Ausbau der A57, von vier auf insgesamt sechs Spuren.