384 sind nicht zu viel
31.08.2007 | 18:34 Uhr 2007-08-31T18:34:39+0200PFLEGE. Rheinische Kliniken: Die Aufstockung der vertraglich festgelegten Zahl von Forensik-Patienten ist umstritten.
BEDBURG-HAU. Hinter den Polit-Kulissen scheint es in punkto Aufstockung der Forensik-Patienten in den Rheinischen Kliniken Bedburg-Hau in der Tat mächtig zu rumoren. Dass die Grünen dem nicht uneingeschränkt positiv gegenüberstehen, hatte deren Kreistagsabgeordnete Anne Peters, die die Fraktion im Landschaftsverband Rheinland (LVR) vertritt, eingeräumt: Die vertraglich für 2009 festgesetzte Zahl von 200 sei optimal.
Das sieht Albert Holzhauer, für die SPD-Kreistagsfraktion in der Landschaftsversammlung des LVR, ganz anders.
Positiv für den Standort
Es sei eine positive Entwicklung, dass Bürgermeister Peter Driessen, der Rat und die Gemeinde sich für die Aufstockung und damit für den Standort der Kliniken einsetzen. "Ich kenne keinen zweiten Standort, an dem dieses Thema so sachlich gesehen wird", betont Holzhauer. Er verweist ferner darauf, dass es derzeit 435 Forensik-Patienten seien. Und es gebe keine klare Abgrenzung nach oben. Will heißen: "Es könnten morgen 450 oder 500 sein." Darum wertet Holzhauer den neuen Vertrag, in dem die Zahl von 384 festgeschrieben werden soll und der zurzeit juristisch geprüft werde, als Planungssicherheit. "Wir werden alles, was die Zahl von 384 überschreitet, beim Land reklamieren", betont Holzhauer.
Befürchtungen, Bedburg-Hau könne sich zu einem zweiten Eickelnborn und damit zur größten Forensik-Einrichtung entwickeln, hält er - wie übrigens Bürgermeister Driessen auch - fachliche Gründe entgegen.
170 Arbeitsplätze seien gefährdet
Die Forensik in den Rheinischen Kliniken sei auf vier verschiedene Fachkliniken mit entsprechenden Chefärzten und Personal aufgeteilt: "Würden diese vier Kliniken einige Kilometer auseinanderliegen, würde kein Mensch dieses Argument anführen."
Wichtig sind ihm zwei weitere Aspekte: Würde die Patientenzahl nicht aufgestockt, stünden 170 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Nicht zu vergessen die wirtschaftlichen Aspekte, von denen nicht nur die Gemeinde Bedburg-Hau, sondern auch das Umfeld profitiere. Albert Holzhauer geht davon aus, dass sich die Vertragspartner verständigen werden: "Und zwar auf eine verantwortbare Größe. Ich jedenfalls kann mit der Zahl 384 sehr gut leben."
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