100 Flüchtlinge am Flughafen Weeze

Das Malteser und DRK-Team um Joesef Theyßen (2.v.li) und Werner Stage (DRK, 3.v.l) erwartet die Flüchtlinge aus dem Kosovo im Zelt.
Das Malteser und DRK-Team um Joesef Theyßen (2.v.li) und Werner Stage (DRK, 3.v.l) erwartet die Flüchtlinge aus dem Kosovo im Zelt.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Flughafen stellt Räume mit Unterstützung der Bezirksregierung und der Gemeinde Weeze zur Verfügung. Malteser und Deutsches Rotes Kreuz mit vielen Ehrenamtlern vor Ort. Gestern kamen Asylbewerber an

Weeze..  Es ist 11.30 Uhr als gestern der erste Reisebus mit rund 35 Flüchtlingen aus dem Kosovo an den Notunterkünften – dem Block mit den ehemaligen Mannschaftshäusern – auf dem Flughafengelände ankommt. In einem Großraumzelt werden sie vom engagierten Team des Deutschen Roten Kreuzes (DRK, Kreisverband Kleve-Geldern) empfangen. Oder wie es der Geschäftsführer des Flughafens Ludger van Bebber und Bürgermeister Ulrich Francken im Vorfeld ausdrücken: „Wir heißen sie willkommen.“

Unterstrichen wird das – schon aus Sprachgründen schwierige – Willkommen zumindest von der Sonne, die scheint. Denn wie der Name schon sagt: Es sind Notunterkünfte. Vom Flughafenchef van Bebber sofort unbürokratisch der Bezirksregierung angeboten, als der Hilferuf über Karneval nach Notunterkünften immer dringlicher wurde. Kosten verursachen die Asylbewerber dem Flughafen und der Gemeinde Weeze nicht. Das Land zahlt.

Die Unterkünfte konnten nur notdürftig hergerichtet werden: Weder frisch gestrichen, noch mit neuen Böden oder überall intakten Decken ausgestattet. Aber eben warm, sauber, trocken. Alles kleine Zimmer mit mehreren Betten, einem Schrank, festen Wänden. Eben keine Großraumunterbringung. Aber mit Gemeinschaftszelt, Gemeinschaftsduschen und Toiletten, sowie geregelter Verpflegung. Auch an Hygieneartikeln, Bettzeug, Wäsche, Kinderspielzeug und Co. mangelt es nicht. Auch Dank der engagierten Helfer der Malteser (um Kreisbeauftragten Josef Theyßen) und dem DRK (mit Werner Stage an der Einsatzspitze). Die Unterkünfte sind beengt und für die Flüchtlinge auch extrem abgelegen.

So war es kein Wunder, dass ein Kosovare als erstes beim Busausstieg in gebrochenem Deutsch fragte: „Transfer? Wann?“ Außerdem wollte der mit einem Smartphone zumindest kommunikativ gut ausgestattete Asylbewerber wissen, ob sie etwas länger als eine Nacht dort bleiben müssten.

„Das wird hier wahrscheinlich ein längerer Aufenthalt für die Flüchtlinge werden, als nur drei Monate“, hatte Francken bereits zuvor vermutet. „Allerdings zeitlich schon absehbar.“ Die Menschen aus dem Kosovo gelten als Wirtschaftsflüchtlinge, die wohl alle wieder zurück in ihre Heimat müssen.

Letzteres wird für die kommenden Wochen aber erst einmal das Flughafengelände sein. DRK und Malteser sorgen für soziale und medizinische Betreuung. Rund um die Uhr. „Bis zur Ankunft der Flüchtlinge haben wir hier mit 76 Ehrenamtlichen schon 1191 Stunden Arbeit geleistet“, betonte Werner Stage. Und es werden noch viel mehr. Ein Sicherheitsdienst ist für den Schutz der Einrichtung verantwortlich. Zum Schluss noch ein Appell von van Bebber und Francken: „Wir möchten die Mitbürger bitten, den Flüchtlingen offen zu begegnen.“