Zwischen CDU-Politiker passt kein Blatt

Bevor irgendwelche Gerüchte auftauchen: Es entspricht nicht den Tatsachen, dass SPD-MdL Alexander Vogt (re.) - hier auf einem Termin bei der Steag -  im Landtag seit der jüngsten Attacke von Hannelore Kraft Helm trägt. Für MdB Michelle Müntefering (2.v.re.) läuft’s dagegen zurzeit karrieretechnisch besser.
Bevor irgendwelche Gerüchte auftauchen: Es entspricht nicht den Tatsachen, dass SPD-MdL Alexander Vogt (re.) - hier auf einem Termin bei der Steag - im Landtag seit der jüngsten Attacke von Hannelore Kraft Helm trägt. Für MdB Michelle Müntefering (2.v.re.) läuft’s dagegen zurzeit karrieretechnisch besser.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Sind Hernes CDU-Chef Markus Schlüter und CDU-MdL Christian Haardt eineiige Zwillinge, die bei der Geburt getrennt wurden? Dieser Verdacht kam jetzt auf.

Herne..  Zwischen dem CDU-Vorsitzenden Markus Schlüter und dem für Herne zuständigen Bochumer CDU-Landtagsabgeordneten Christian Haardt passt kein Blatt Papier, geschweige denn eine Pressemitteilung. Man könnte angesichts einer Begebenheit in dieser Woche sogar die Frage aufwerfen, ob die beiden Christdemokraten vielleicht eineiige Zwillinge sind, die bei der Geburt getrennt wurden.

Was ist passiert? Schlüter und Haardt haben unabhängig voneinander eine Pressemitteilung zum Thema Flüchtlinge an die Herner WAZ-Redaktion gemailt. Diese trägt nicht nur die selbe Überschrift („Die Landesregierung lässt Herne finanziell bei der Aufnahme von Flüchtlingen im Stich!“), sondern ist – mit drei zu vernachlässigenden Ausnahmen – komplett identisch. Und sogar beim wörtlichen Zitat sprechen Markus Schlüter und Christian Haardt mit einer Zunge.

So eine Harmonie wünscht man sich in der Politik häufiger. Oder sollte es sich hier etwa um ein Versäumnis bei der Absprache zwischen Düsseldorfer Landtagsfraktion und Herner Kreisverband handeln? Dass die Kritik an der Landesregierung nicht unberechtigt ist, sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Auf der Karriereleiter

Pressemitteilungen gab es in dieser Woche auch von Michelle Müntefering – sogar zwei am selben Tag. Wie berichtet, ist die SPD-Bundestagsabgeordnete zur Vize-Präsidentin der Deutsch-Türkischen Gesellschaft gewählt worden und als ordentliches Mitglied in den Auswärtigen Ausschuss nachgerückt. Das klingt nach einer weiteren (kleinen) Sprosse auf der Karriereleiter. Aber den Politikern geht es ja bekanntlich überhaupt nicht um die eigene Karriere. Falls doch: Die Aktien für Müntefering stehen aktuell gut, denn – anders als bei MdL Alexander Vogt und Hannelore Kraft – ist von ihrem „Vorgesetzten“ Sigmar Gabriel bisher in der Presse nicht das Zitat aufgetaucht: „So lange ich was in Deutschland zu sagen habe, wird die Müntefering nichts.“ Womit sich das Politgeflüster in die Sommerpause verabschiedet.