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573. Cranger Kirmes

Zwei Millionen pilgern zum Rummel

03.08.2008 | 20:39 Uhr

Alle - Polizei, Veranstalter und Schausteller - sind nach den ersten drei Tagen zufrieden. "Hier ist es familiär, nicht kriminell." DRK: Vom Wadenbeinbruch bis zum Splitter in der Hand.

Den wichtigsten Satz bei der ersten Bilanz der 573. Cranger Kirmes sagte Bernd Koch: "Es ist eine familiäre Kirmes. Und keine kriminelle", so der Leiter der Kirmeswache am Sonntag. Da lehnten sich dann auch der Kirmes-Dezernent und der Schausteller-Chef genussvoll zurück und fanden nur lobende Worte für "Crange 2008". Ersterer, Meinolf Nowak, sagte: "Bisher ein sehr guter Verlauf, wir sind mehr als hochzufrieden. Auch wenn es am Freitag und Samstag schwierig war, sich auf dem Platz zu bewegen." Und wenn Schausteller-Boss Albert Ritter ein "es macht sich unter uns Zufriedenheit breit" von sich gibt, dann ist das bei den eher tief stapelnden Kirmesbeschickern schon fast pure Freude.

Warum auch nicht, denn bis zum Sonntag gegen 13 Uhr hatte die Polizei 1,3 Millionen Besucher gezählt, 600 000 am Freitag, 700 000 am Samstag. Und auch am Sonntag waren es bis zum frühen Abend etwa 500 000, die trotz des leicht verregneten Tages zum Rummelplatz am Kanal gepilgert waren - die Zwei-Millionen-Grenze ist also nicht mehr weit gewesen.

Neben den Kirmesbesuchern, die ihren falsch geparkten Pkw suchen mussten oder auf der A 42 im Stau steckten, hatte Bernd Koch natürlich noch weiteres Zahlenmaterial parat. So gab es 29 Rangeleien/Schlägereien, 27 Platzverweise, vier Sachbeschädigungen, 16 Diebstähle - "alles völlig normal", so der oberste Kirmespolizist, "da haben wir bei Fußballspielen des SC Westfalia oder des DSC mehr zu tun". Insgesamt waren es 221 Einsätze, 40 weniger als zum gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Auch Feuerwehr und DRK einigten sich auf ein "alles normal". Rainer Weichert vom Roten Kreuz hatte genau nachgezählt: "Es gab 133 Hilfeleistungen. 25 Personen mussten ins Krankenhaus, darunter eine Frau mit einem doppelten Wadenbeinbruch. Sie war ausgerutscht." Die meisten "Patienten" fragten aber nach Pflastern für wunde Füße oder ließen sich Splitter aus den Händen ziehen.

Kirmes-Sheriff Gerd Delistat bilanzierte den technischen Verlauf; so gab es zwar einen kurzfristigen Stillstand der Alpina-Bahn, aber: "Kein Grund zur Besorgnis, das ist bei solch einer großen Veranstaltung völlig normal."

Von Jochen Schübel

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