Zwei Herner im Schnee auf Schalke

Die letzte Schneeballschlacht-Weltmeisterschaft fand vor vier Jahren in Winterberg statt.
Die letzte Schneeballschlacht-Weltmeisterschaft fand vor vier Jahren in Winterberg statt.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die beiden Herner Sebastian Szych und Nicole Schulze-Everding mischen im Schnee auf Schalke mit - bei der Schneeballschlacht-Weltmeisterschaft.

Herne..  „Ich bin für jeden Schwachsinn zu haben“, sagt Sebastian Szych. Auch für Nicole Schulze-Everding war die Bewerbung eher eine Schnapsidee. Beide Herner hatten Glück und nehmen jetzt – man höre und staune – an einer Weltmeisterschaft teil, der Schneeball-Weltmeisterschaft am heutigen Samstag in der Schalke-Arena. Innerhalb der Biathlon World Team Challenge (WTC) kämpfen zwei Fünfer-Teams unter Herner Beteiligung mit. Gelegenheit zum Üben unter realen Bedingungen hatten sie bislang nicht : Das milde Wetter schickte leider keinen Schnee.

Auf Schalke wird das weiße Gold bekanntlich per Lastwagen herangeschafft, da brauchen sich die 28-Jährige und der 35-Jährige keine Sorgen zu machen. Nach vier Jahren Pause wird jetzt in der Nachbarstadt wieder das treffsicherste Team gesucht, und Nicole Schulze-Everding freut sich mit ihren „Ice Angels“ aus dem Münsterland schon auf die Riesengaudi vor mächtiger Zuschauerkulisse.

„Mein Freund Mark ist Schalke-Fan, er hat mich auf die Idee gebracht.“ Ihr Kegelclub sei hellauf begeistert gewesen, als sie von der Schneeball-WM berichtete und habe sofort gesagt: „Wir machen da mit.“ Fünf Frauen im Alter von 28 bis 32 Jahren wollen jetzt zeigen, dass sie nicht nur an der Kugel gut drauf sind, sondern auch am gekneteten kleinen Ball.

Als Volleyballerinnen im Umgang mit dem Ball versiert

Einige aus dem Quintett sind zudem auch Volleyballerinnen: „Wir können mit Bällen umgehen“, macht die Krankenschwester aus dem St. Anna Hospital in Wanne-Eickel ihren Gegnern des heutigen Events schon einmal klar.

Ganz so selbstbewusst wie die sportlichen Frauen tritt Sebastian Szych mit seinem Teutonenexpress aus Bochum nicht auf: „Wenn ich uns mal so anschaue, dann würde ich sagen: Wir sind unsportlich und untalentiert.“ Der Immobilienverwalter bei Thyssen-Krupp in Essen scheint das Licht seines Teams von Teutonia Ehrenfeld aber ein bisschen unter den Scheffel zu stellen. Immerhin sind alle WM-Teilnehmer Fußballer.

Letzte WM fand in Winterberg im Sauerland statt

Vier Jahre nachdem das zielsicherste Team der Welt zuletzt in Winterberg gekürt wurde, findet der weltweit einmalige Titelkampf nun im Ruhrgebiet sein neues Zuhause. Statt bisher 20 Teams werfen sich in diesem Jahr 32 Mannschaften die weißen Bälle um die Ohren. Zwei fünf mal zehn Meter große Schnee-Spielfelder, die eigens im Winterdorf der Biathlon-WTC aufgebaut werden, machen es möglich. Dort werden sich jeweils Dreier-Teams im direkten Duell gegenüberstehen. Für die „Schlachten“ um Platz drei und den Weltmeistertitel ziehen die vier besten Teams dann um in die Arena, wo sie angefeuert von bis zu 40 000 Fans um den Pokal kämpfen. „Wir haben Talent“, sagt Nicole Schulze-Everding. Warten wir’s ab.