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Soziales Engagement

Zufluchtsort für Kinder in Notsituationen

02.02.2010 | 07:00 Uhr
Zufluchtsort für Kinder in Notsituationen

Projekt "Noteingang" von KiJuPa und Kinderanwältin ist gestartet. 17 Einrichtungen in Herne und Wanne-Eickel beteiligen sich schon.

Das Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) und die Herner Kinderanwältin Bibi Buntstrumpf haben das bundesweite Kinderhilfsprojekt „Noteingang” nach Herne geholt. Ein Aufkleber an der Tür soll Kindern und Jugendlichen signalisieren: Hier findest du Hilfe, wenn du Angst hast oder du dich bedroht fühlst.

Der Noteingang soll einen Zufluchtsort markieren, soll Kindern und Jugendlichen einen Ort aufzeigen, an dem sie einen verlässlichen Ansprechpartner finden, wenn sie ihn dringend brauchen.

Die Kinderanwältin Nuray Gökcen-Sülü kann sich zahlreiche Situationen vorstellen, in denen Kinder einen solchen Zufluchtsort brauchen: „Wenn sie sich von jemandem bedroht fühlen, etwa im Bus oder auf dem Schulweg; wenn sie von anderen Kindern gemobbt oder beleidigt werden; wenn ihnen in der Stadt jemand das Handy wegnehmen will. . .” Situationen wie sie, so die Überzeugung der Initiatoren, die leider zum Alltag vieler Kinder und Jugendlicher gehören – und denen sie etwas entgegensetzen wollen.

In einem ersten Schritt haben sie alle Kinder- und Jugendeinrichtungen in der Stadt kontaktiert, alle Schulen sowie soziale Einrichtungen, Kirchen und Verbände, die Werbegemeinschaften. Aktuell beteiligen sich (erst) 17 Einrichtungen an der Aktion: von städtischen Jugendhäusern wie „Die Wache” und „Der Heisterkamp” über IKK, Caritas, Diakonie, die städtischen Bürgerlokale und die Förderschule am Schwalbenweg bis hin zur Begegnungsstätte Holsterhausen. Bei Sammelterminen schult die Kinderanwältin, in einem zweiten Schritt, die Mitarbeiter dort: In einem rund zweistündigen Seminar definieren die künftigen Ansprechpartner im Noteingang ihren Begriff von Gewalt, üben den Ernstfall in Rollenspielen, lernen Reaktionsmuster und erhalten eine Liste mit möglichen weiteren Ansprechpartnern, mit Beratungs- und Hilfsorganisationen im Stadtgebiet.

„Außerdem informieren wir die Kinder und Jugendlichen darüber, dass es diese Noteingänge gibt und was sie bedeuten”, erklärt Beate Danisch, Lehrerin der Schule am Schwalbenweg und Unterstützerin des neuen Projektes. „Die Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft nimmt zu, und gleichzeitig ist auch das Unrechtsbewusstsein nicht mehr da”, ist auch der Diakoniepfarrer des Herner Kirchenkreises Karsten Herbers sicher. Er leitet daraus eine Pflicht ab: „Wir müssen uns dazu verhalten und dürfen uns nicht raushalten.”

Medienformate wie Casting- und Pannenshows trügen zum Bild eines gesellschaftliche Zusammenlebens bei, in dem Gewalt, Schadenfreude und Erniedrigung normal seien, sagt Nuray Gökcen-Sülü. „Es ist traurig, dass wir ein solches Projekt überhaupt brauchen, denn eigentlich müsste es für alle und Jedermann selbstverständlich sein, Kinder und Jugendliche zu schützen.”

Die Initiatoren appellieren an alle Einrichtungen, Geschäfte und Privatleute, sich zu beteiligen. Interessenten wenden sich an die Kinderanwältin Nuray Gökcen-Sülü, WAN 7 77 37, bibi.buntstrumpf@cityweb.de oder an Petra Kübber-Rösmann vom KiJuPa, 16 23 98.

Susanne Meimberg

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