Zu Besuch bei der Herner Polizei

Durch die Räume der Herner Polizeiwache an der Bebelstraße führte Polizeihauptkommissar Karl Rohde die Besucher, die an der Aktion „WAZ öffnet Pforten“ teilnahmen.
Durch die Räume der Herner Polizeiwache an der Bebelstraße führte Polizeihauptkommissar Karl Rohde die Besucher, die an der Aktion „WAZ öffnet Pforten“ teilnahmen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Im Rahmen der Aktion „WAZ öffnet Pforten“ erhielten Leser Einblicke in die Polizeiwache an der Bebelstraße und lernten unter anderem die Hundestaffel kennen.

Herne..  Kastor hält die ganze Zeit Blickkontakt zu seinem Herrchen Jürgen Klement, während er ihn durch den Innenhof des Polizeipräsidiums führt. „Verloren. Schlüssel“, gibt Klement ihm das Kommando - und schon schnellt der Mali­nois-Rüde los, um den versteckten Schlüssel zu suchen. Unter einem Autoreifen wird er kurz darauf schließlich fündig. „Kastor hat jetzt einen Gegenstand mit frischer DNA gesucht“, erklärte Klement, Leiter der Hundestaffel bei der Polizei, die er den WAZ-Lesern bei der Aktion „WAZ öffnet Pforten“ vorstellte. „Die Hunde setzen wir jedoch nur bei erheblichen Straftaten ein“, sagte Hundeführer Klement, während er sich einen Beißarm überstülpt, um zu demonstrieren, wie die Hunde einen Kriminellen bei Gefahr etwa an der Flucht hindern können.

Auch WAZ-Leserin Silke Piechowiak war mutig und ließ sich mit Schutzes des Beißarmes die Kraft der Hunde zeigen. Bei jedem Befehl von Klement folgte Kastor sofort seinen Anweisungen. „Oberste Priorität bei den Tieren hat der Gehorsam“, erklärte der Polizeihauptkommissar.

Neben der Hundestaffel erhielten die Besucher einen vielfältigen Einblick in die Arbeit der Beamten. Auch den Gewahrsamstrakt konnten sie bei einem Gang durch die Wache besichtigen. Vier karge, weiß geflieste Zellen stehen hier bereit. „Zur Cranger Kirmes-Zeit ist es immer voll. Da sitzen hier viele Randalierer ein“, sagte Polizeihauptkommissar Heinz Klaas zu den interessierten Teilnehmern, die während der Führung viele Fragen stellten.

Theoretischer Einblick in die Arbeit

Die Besichtigung des Funkraums und des Wachraums standen ebenso auf dem Programm wie ein theoretischer Einblick in die organisatorische Aufstellung der Behörde. 146 Beamte zuzüglich 27 Mitarbeiter der Kriminalpolizei sind hier tätig und teilen sich in Direktionen wie Gefahrenabwehr und Einsatz, Verkehr oder zentrale Aufgaben auf. „Anscheinend sind viele Menschen nicht mehr in der Lage, ihre Probleme selbstständig zu lösen“, meinte Michael Leerhoff, Leiter des Bezirksdienstes, und sprach damit etwa Nachbarschaftsstreite an. Bei weniger Personal gelte es immer mehr Arbeit zu erledigen. Auch die schriftlichen Dokumentationen sorgten für eine enorme Arbeitsverdichtung. Mit nur fünf bis sechs Einsatzfahrzeugen sind die beiden Polizeiwachen Herne und Wanne-Eickel insgesamt ausgestattet. Deren Einsatz erlebten die Besucher gleich hautnah mit, als während der Vorstellung der Hundestaffel zwei Einsatzfahrzeuge vom Hof fetzten und kurze Zeit später einen frisch Verhafteten in das Polizeigebäude führten.