Zoff um die Zeitschrift im Krankenhaus Herne
22.12.2010 | 10:46 Uhr 2010-12-22T10:46:00+0100
Herne.Verdi zieht gegen das Evangelische Krankenhaus Herne vors Kirchengericht. Die Gewerkschaft kritisiert, dass die Geschäftsführung die Mitarbeiterzeitschrift aus dem Intranet verbannte. Es geht auch um die Ausgliederung von 205 Mitarbeitern.
Die Evangelische Krankenhausgemeinschaft hat eine digitale Mitarbeiterzeitschrift. Die heißt „Durchblick“ und soll den Angestellten ebensolchen verschaffen. So stellt es sich die Mitarbeitervertretung vor. So möchte es die Gewerkschaft Verdi. Unumstritten, dass in der Infoschrift vorrangig Arbeitnehmer zu Wort kommen.
Wer von den 1700 Mitarbeitern den „Durchblick“ lesen wollte, konnte das über das krankenhauseigene Computernetzwerk tun. Dort stand das Blatt seit Jahren auf der Startseite. Jetzt nicht mehr.
Die Evangelische Krankenhausgemeinschaft betreibt die Krankenhäuser an der Wiescherstraße in Herne und an der Hordeler Straße in Eickel sowie das Gebäude an der Grutholzallee in Castrop-Rauxel.
Etwa 1700 Beschäftigte arbeiten für die Krankenhausgemeinschaft. Davon sind 205 in Küche, Sterilisation, Wäscherei und Verwaltung von der Ausgliederung in neue Gesellschaften betroffen.
Die Krankenhausgesellschaft hat aktuell zahlreiche Stellen vom Krankenpfleger bis zum Oberarzt ausgeschrieben.
„Zensur“, ruft Verdi und fürchtet Einflussnahme auf die Arbeit der Interessensvertretung. „Das ist eine Dreistigkeit“, sagt Verdi-Vize Norbert Arndt. Er unterstellt: „Sicherlich liegt das nervöse Vorgehen der Geschäftsführung auch darin begründet, dass die MAV das Outsourcing von etwa 205 Mitarbeitenden zum Jahresende nicht unterstützt und im Durchblick kritisch begleitet.“
Christlicher und gemeinnütziger Arbeitgeber
Das Vorgehen sei keine Gängelung, entgegnet Prokuristin Brunhild Schmalz. Die Mitarbeiterzeitschrift sei weiter über einen eigenen Bereich der Mitarbeitervertretung erreichbar, nur eben nicht mehr über die Startseite. Eine Rücknahme der Entscheidung werde es nicht geben. „Das ist keine Frage des Einlenkens.“
Die Mitarbeitervertretung hat mittlerweile in der Angelegenheit das Kirchengericht in Münster angerufen, weil sie in der Maßnahme einen Verstoß gegen das Mitarbeitervertretungsgesetz sieht. Das Kirchengericht ist für solche Fragen zuständig, weil das Krankenhaus als christlicher und gemeinnütziger Arbeitgeber keinen weltlichen Betriebsrat hat. Brunhild Schmalz bestätigt: „Ja, wir müssen zur Schlichtung nach Münster.“ Verdi rechnet mit einem Ergebnis im Februar 2011.
205 Mitarbeiter arbeiten ab Januar in privaten Gesellschaften
Bereits jetzt steht fest, dass 205 Mitarbeiter ab dem 1. Januar in neuen – privaten – Gesellschaften arbeiten werden. Betroffen sind Wäscherei, Küche, Sterilisation und Zentrale Dienste. Alle alten Mitarbeiter würden übernommen. Sie seien zu den gleichen Konditionen angestellt wie bisher, versichert Schmalz. In den ausgegliederten Betrieben sehe es etwas anders aus: „Die Neuen müssen sich am Markt behaupten.“ Verdi dagegen fürchtet unter anderem den Wegfall von Jubiläumszahlungen. „Die christliche Fassade bröckelt“, sagt Verdi-Geschäftsführerin Gudrun Müller. Die Maßnahme diene nur dazu, den „Faktor Arbeitnehmer billiger zu machen.“
Aus Sicht des Krankenhauses sei es sogar eine Pflicht, die vier Bereiche von der christlichen in eine weltliche Gesellschaftsform zu überführen. „Das ist eine Sache der Gemeinnützigkeit“, sagt Schmalz. Sie habe nur wenig Kritik der Mitarbeiter gespürt. „Aus unserer Sicht lief das völlig ruhig.“
Verdi will jetzt so schnell wie möglich in den neuen Gesellschaften Betriebsratswahlen organisieren.
00:19
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16:05
#26
Na, da ist W.Lenin dem Niko Schneider aber um Längen voraus.
14:50
@25
Wer von den geneigten Leserinnen und Lesern nachlesen möchte warum einige so strikt für die Trennung von Kirche und Staat eintreten, kann das im Internet tun. Nach dem Lesen des Aufsatzes, versteht auch jeder worum es hier eigentlich geht. Der Genosse ver.di-Sekretär schwelgt wahrscheinlich in alten Zeiten.und kurz bevor Mann geht, muss doch endlich etwas geschehen.
Hier der Titel.
Wladimir I. Lenin
Sozialismus und Religion
(Dezember 1905)
W.I. Lenin, Sozialismus und Religion, 1905.
Erstmals erschienen in: Nowaja Shisn, Nr.28, 3. Dezember 1905.
W.I. Lenin, Sochineniia (Werke), Moskau 1941, Bd.10, S.70-75.
Übersetzung nach: W.I. Lenin, Über die Religion: eine Auswahl, Berlin 1981, S.39-44.
Hier der zum Artikel führende Link:
http://www.marxists.org/deutsch/archiv/lenin/
Frohe Weihnachten allen Herner Linken.
14:25
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17:59
@23 Sie gehören ganz gewiss zu den wahren Hütern der Demokratie, Zu dem Mitarbeiter-Blättchen hat bisher kein Leser Stellung genommen. Scheint ein wirklich lesenswertes Blatt zu sein.
Der Schreiber des Zeitungsartikel, Arne Poll, ist der nicht gerade mit einem anderen Artikel aufgefallen. Bekommt der Herr demnächst eine Stelle als Redakteur bei ver.di, für die WAZ wird der Herr ja wohl nicht mehr so oft schreiben *Lol*
11:21
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10:02
Ein wenig dick aufgetragen aus Gottes Strafgericht über Edom zu zitieren.
Erstaunlich ist, dass sich niemand in diesem Forum zu diesem überaus wichtigem Blättchen der Mitarbeiter des EVK äußert. Es scheint offensichtlich jedem Mitarbeiter am Po vorbei zu gehen,dieses Blättchen. Es geht in Wirklichkeit ja auch gar nicht um Blättchen. Es geht darum, dass sich hier jemand weit aus dem Fenster gelehnt hat und jetzt merkt dass zu wenige hinter ihm stehen. Viel Freude beim weiterem Bibelstudium..
09:14
Zum christlichen Umgang mit Andersdenkenden fällt mir Jes. 34.2-3 ein:
Und ihre Erschlagenen werden hingeworfen werden, daß der Gestank von ihren Leichnamen aufsteigen wird und die Berge von ihrem Blut fließen.
15:51
Angst, Einschüchterung, Beklemmung
Ist schon hart der Kampf für die Befreiung der Arbeiterklasse.
Trotzdem ein paar schöne Tage.