Zeus-Projekt in Herne gestartet

Sie überrascht, lädt zum Schmunzeln ein und ist Gesprächsstoff: unsere WAZ. Schüler thematisieren sie nun beim Zeus-Projekt im Unterricht.
Sie überrascht, lädt zum Schmunzeln ein und ist Gesprächsstoff: unsere WAZ. Schüler thematisieren sie nun beim Zeus-Projekt im Unterricht.
Foto: Foto: Ralph Bodemer
Was wir bereits wissen
Schüler aus Herne gehen wieder in die Reporter-Schule: 58 Klassen nehmen bis Ostern am Zeus-Projekt teil. WAZ-Besuch zum Start am Gymnasium Wanne.

Herne..  An 19 Herner Schulen wird in diesen Tagen wieder kräftig die Zeitung gelesen: Zeus, das medienpädagogische Projekt von Journalistenschule Ruhr und WAZ, geht in eine neue Runde. Bis zu den Osterferien machen sich die Schüler in 58 Klassen mit der Tageszeitung vertraut. Und das Beste: Sie sind selber Reporter. Mit dabei ist in diesem Frühjahr auch das Gymnasium Wanne. Zum Zeus-Auftakt hat die WAZ die Schule besucht.

„Ich möchte, dass ihr zuerst euer Leseverhalten untersucht“, sagt Özlem Öztürk-Gerkensmeyer, Klassenlehrerin der 8c, während sie die Exemplare der WAZ an ihre Schüler verteilt. Zeus ist in Wanne in den Deutschunterricht integriert, die Zeitungslektüre soll aber auch an Tagen stattfinden, in denen Deutsch nicht unterrichtet wird. Sobald die Zeitung verteilt ist, stürzen sich die Jungs der Klasse zuerst auf den Sportteil: „Lass uns mal tauschen und gib mir jetzt mal den Sportteil“, bittet ein Schüler seinen Klassenkameraden. „Ich hab noch nicht einmal die erste Seite gelesen“, kommt die prompte Absage. Während der eine konzentriert vor seiner Zeitung sitzt und sich von den umliegenden Gesprächen nicht stören lässt, lesen sich andere Schüler immer wieder gegenseitig Texte vor.

Achtklässler führen Lesetagebuch

„Die Schüler sollen sich daran gewöhnen, morgens die Zeitung zu lesen und sich anschließend untereinander über das Gelesene auszutauschen“, erklärt Öztürk-Gerkensmeyer. Davon erhoffe sie sich, dass ihre Schüler über Themen reden, über die sie sonst eher nicht sprächen. Dazu sollen sie auch ein Lesetagebuch erstellen. Überhaupt gelte es, den Aufbau einer Zeitung kennen zu lernen, die Lesekompetenz der Schüler zu fördern und ihnen Freude am Lesen zu vermitteln. In den nächsten Wochen steht für die Schüler an, verschiedene journalistische Stilformen kennen zu lernen und so etwa den Unterschied zwischen einer Reportage und einer Nachricht zu begreifen.

„Bei wichtigen Sachen lesen meine Eltern laut aus der Zeitung vor“, sagt ein Schüler. „Meine Oma freut sich jeden Morgen riesig darauf, die Zeitung zu lesen und setzt sich dann gemütlich mit einer Tasse Kaffee hin“, erzählt ein anderer. Was für Eltern und Großeltern vertraute Rituale sind, ist für viele der 13- bis 14-Jährigen bisher unvorstellbar. Nach der Lektüre ist die Resonanz jedoch überwiegend positiv: „Das Lesen war gar nicht langweilig und ich habe interessante Themen gefunden“, sagt eine Schülerin.