Zeitungsmacher in der Manege bei Flic Flac in Herne

Mitarbeiter der Herner WAZ probierten sich am Dienstag als Zirkus-Artisten, hier am „Globe of Speed“.
Mitarbeiter der Herner WAZ probierten sich am Dienstag als Zirkus-Artisten, hier am „Globe of Speed“.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Zirkus Flic Flac lud Mitarbeiter der Redaktion zum Schwingen in schwindelnden Höhen in Crange ein.

Herne..  Sekretärin Bianca („Bibi“) Engelen ist nicht die einzige, die noch schnell auf die Toilette rennt. Gegessen hat sie sicherheitshalber auch nichts. Denn gleich geht’s los. Die Redaktion hat eine Einladung in die Manege erhalten, ein Traum geht in Erfüllung, oder ist es eher ein Alptraum?

Die Artisten des Zirkus’ Flic Flac bringen Kunststücke, bei denen einem der Atem stockt, und da sollen wir mitmachen? Auch wenn beim Probetraining keine Flammenwerfer eingesetzt werden und auch keine Motorräder haushoch durch die Manege fliegen, alle wissen: Der Zirkus Flic Flac ist nicht der Zirkus Schnick Schnack. Und es geht sofort rund. Sergio und Yompi springen auf ihre nagelneuen Crossmaschinen und rasen durch die Gitterkugel, kreuz und quer und kopfüber. Unsere Bibi und Fotograf Ralph Bodemer stehen mittendrin, lassen sich die Artisten um die Ohren sausen und staunen. „Ich habe einfach nur geradeaus geschaut, so schnell wie die fuhren, konnte ich gar nicht gucken“, sagt Bibi hinterher. Der Fotograf ist ein bisschen enttäuscht. Er ist selber Motocross-Fahrer und hätte gerne mitgemacht, zumindest als Sozius. „Zu gefährlich“, sagt Pressesprecher Rudi Bauer (23). „Da hätte keine Versicherung mitgespielt.“

Die Nummer auf dem Hochtrapez

Aber dann geht’s für alle richtig zur Sache, und alle trauen sich. Oder besser gesagt: Keiner traut sich, einen Rückzieher zu machen. Es geht aufs Hochtrapez. Zuerst spielt Ralph Bodemer den Mann ohne Nerven. In sechs, sieben Metern Höhe schaukelt er durch die Manege, am Ende sogar kopfüber. Und Martina Bodemer sagt: „Noch bin ich seine Frau, nicht seine Witwe.“ Den Applaus hat er verdient, er wird aber von der Sekretärin noch getoppt: Die fliegt wie Bibi Blocksberg durch die Zirkuskuppel und schaut – in ihren Kniekehlen an der Trapezstange hängend – sogar noch auf Zuruf auf ihre Armbanduhr: „Es ist fünfnachhalbdrei“, ruft sie mit hochrotem Kopf und ist hinterher ein wenig „rappelig“ wie sie sagt, weil so viel Adrenalin durch ihre Adern geflossen sei. Praktikantin Carla Hansmann (21) klettert am Seil in schwindelnde Höhen wie ihr Vorbild Carla Kolumna zu Benjamin Blümchen in den Baumwipfel. Dann geht sie auf Anweisung von Artist Nicolai Kuntz (22) in die Knie und holt Schwung. Es sei ja wie eine Kinderschaukel, nur ein bisschen höher, hatte Pressesprecher Bauer zuvor beteuert. Er hätte jedoch sagen sollen: viiieeel höher. „Wahnsinn, ich hätte niemals gedacht, dass ich das schaffe“, strahlt Carla am Ende ihrer Vorstellung. Ich selbst wage mich ebenfalls nach oben, lasse es aber langsam gehen. Irgendeiner muss ja noch diesen Artikel schreiben.

Besonders schwindelerregend ist die Nummer auf der kreisrunden Fläche, auf der das Ehepaar Luciana (31) und Dandino (41) Garcier aus Venezuela auf Rollschuhen ihre halsbrecherischen Runden zaubern. Sie nehmen Martina Bodemer in die Mitte und drehen sich und sie auf Teufel komm raus. Nicht zu lange und nicht zuuuu schnell: „Sonst können einem die Augäpfel platzen“, kommentiert Rudi Bauer. Das passiert uns natürlich nicht, und am Ende ist es für alle ein Traum, der in Erfüllung ging und nicht ein Alptraum. Und das Ehepaar Bodemer darf weiterhin miteinander glücklich sein. Es gibt keine Witwe und auch keinen Witwer.