Zeichnungen zwischen Ruhe und Bewegung

Karl-Heinz Langowski  in der Galerie
Karl-Heinz Langowski in der Galerie
Foto: Ralph Bodemer
Mit der Ausstellung „Räume“ stellt die Galerie Wurm Zeichnungen des Gelsenkirchener Künstlers Karl-Heinz Langowski vor. Es sind Arbeiten der letzten vier Jahre.

Herne..  In Karl-Heinz Langowskis Zeichnungen überlagern sich dünne, zarte Linien. Mal scheinen sie eher konstruktiv, dann lösen sie sich in spielerisch spontane Linien auf. Andeutungen von perspektivischen Konstruktionen werden durch heftige gestische Striche gestört. Die Linien können durch Schraffuren Grenzen von Flächen markieren. Oder sie verdecken Formen unter einem Gewirr von Linien.

Aus diesem unregelmäßigen Netzwerk an Linien tauchen Flächen wie Blickpunkte in einem grau-weiß-schwarzen Meer auf. Manchmal wirken sie eher geometrisch bis plastisch. Mal scheinen sie sich zu architektonischen Formen wie Bögen oder Quader zu verbinden. Dann sind es wieder unregelmäßige Formen, die nur durch grobe Linien umschrieben werden.

Diese Flächen sind in eher durchsichtige Farben getaucht. Karl-Heinz Langowski reduziert sie auf wenige Braun- und Ockertöne, die in einen sanften Kontrast zu den Grauwerten der Linien treten. In einigen Zeichnungen tauchen flüchtig gesetzte blaue Linien auf. Seine reduzierte Farbgebung schafft eine manchmal düster wirkende Grundstimmung. Zugleich hält sie die bewegte Linienführung in einem harmonischen Zusammenhang. In seinen Zeichnungen treffen sich malerische Elemente mit grafischen Formen. Sie beeinflussen sich gegenseitig und stehen in einem Wechselspiel. Ihr Zusammenspiel schafft in seinen Blättern eine ganz eigene Tiefenräumlichkeit.

Die älteren Arbeiten erinnern ein wenig an flüchtige architektonische Skizzen. Hier scheinen die Formen wie plastische Körper in einen Raum gesetzt. Mal fühlt man sich auch an Landschaften erinnert. „Für mich sind die Formen wie Fragmente aus der Natur“, sagt er selbst. In den neueren Arbeiten reduziert Karl-Heinz Langowski seine künstlerischen Mittel noch mehr. Trotzdem gelingt es ihm, Bilder von einer fast unendlichen Tiefenstruktur zu schaffen. Dabei zeigt er sich als ein Künstler, der versteht, immer sicher mit seinen Mitteln umzugehen. Seine Arbeiten entstehen immer spontan. Aber sie scheinen nie willkürlich. Sie leben aus der Mischung von dramatischer, teils auch aggressiver Gestik und Dynamik, und einer fast meditativen Ruhe. In der Ausstellung wirken sie trotz ihrer dichten Hängung und schließen sich zu friesartigen Wandbildern zusammen.

Karl-Heinz Langowski ist in Gelsenkirchen geboren, wo er heute noch lebt und arbeitet. Neben Zeichnungen und Objekten hat er zahlreiche Projekte im Öffentlichen Raum gestaltet.

Die Ausstellung „Räume“ ist in der Galerie Wurm in der Hauptstraße 153 bis zum 8. August zu sehen (Dienstag bis Freitag 10 - 13, 15 - 18 Uhr, Samstag 10 - 13 Uhr).