Zahl der Verkehrsunfälle ist in Herne 2014 gestiegen

Die Kreuzung Holsterhauser-/Dorstener Straße ist in Herne eine der unfallträchtigsten. Vor der Hiberniaschule, die dort beheimatet ist, kontrolliert die Polizei häufig die Geschwindigkeit.
Die Kreuzung Holsterhauser-/Dorstener Straße ist in Herne eine der unfallträchtigsten. Vor der Hiberniaschule, die dort beheimatet ist, kontrolliert die Polizei häufig die Geschwindigkeit.
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Von 4379 (2013) auf 4581 ist die Zahl der Unfälle in 2014 gestiegen, zwei Menschen starben. Das geht aus der aktuellen Polizeistatistik hervor.

Herne..  Nirgendwo in NRW ist das Risiko, bei einem Verkehrsunfall verletzt zu werden, so gering wie im Bereich der Kreispolizeibehörde Bochum, zu der neben Bochum auch Herne und Witten gehören. Eine seit acht Jahren anhaltende Entwicklung, mit der sich Polizeipräsidentin Diana Ewert gestern sehr zufrieden zeigte, als sie mit ihrem Team die Verkehrsunfallstatistik für das vergangene Jahr vorstellte. Auf der anderen Seite, so Ewert, habe es aber auch eine sehr bittere Entwicklung geben: Zwölf Menschen sind 2014 bei Verkehrsunfällen in den drei Städten ums Leben gekommen - 2013 waren es vier. „Es gibt kein Muster hinter diesen Unfällen, keine Unfallschwerpunkte“, erklärte sie. Die Ermittlungen hätten gezeigt, „dass es sich um eine Häufung tragischer Einzelfälle“ gehandelt habe - wenn sich auch an einigen Unfällen Grundstrukturen ablesen ließen wie Ablenkung, überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol oder zugrunde liegende gesundheitliche Beeinträchtigungen.

Hatte es 2013 in Herne keine Verkehrstoten gegeben, starben im vergangenen Jahr zwei Menschen an den Folgen eines Verkehrsunfalls: Am Abend des 28. Novembers hatte ein 60-jähriger Fußgänger den Westring überqueren wollen und einen herannahenden Wagen übersehen, von dem er erfasst wurde; der Fußgänger starb zwei Tage später. Am 30. Dezember fuhr ein 61-jähriger Gelsenkirchener auf der Wilhelmstraße aus ungeklärten Gründen ungebremst auf einen geparkten Lkw und prallte mit dem Kopf gegen die Frontscheibe; der Mann war nicht angeschnallt, hatte vielmehr den Gurt hinter seinem Rücken in das Schloss gesteckt, weshalb zusätzlich die Airbags auslösten; er starb am 5. Januar.

Insgesamt ist in Herne die Zahl der Verkehrsunfälle von 4379 in 2013 auf 4581 in 2014 gestiegen. Dabei kam es in 4280 Fällen zu Sachschaden (2013: 4081); 286 Personen wurden leicht (2013: 306), 68 (2013: 51) schwer verletzt. Die meisten Verunglückten (155) waren mit dem Pkw unterwegs, 56 zu Fuß, 76 mit dem Rad und 54 mit einem Motorrad.

Deutlich weniger Kinder (bis 14 Jahre) verunglückten 2014 auf Herner Straße: Kamen 2013 noch 55 Kinder zu Schaden, waren es im vergangenen Jahr 28. Die Polizei führt dies auch mit auf ihre vielen Kampagnen und Präventionsmaßnahmen gerade für diese Altersgruppe zurück. Entgegen dem Trend in Bochum und Witten stieg dagegen in Herne sowohl die Zahl der verunglückten jungen Erwachsenen (18-24 Jahre) von 37 auf 51 als auch die Zahl der verunglückten Erwachsenen (25-64 Jahre) von 197 auf 212. Nahezu unverändert blieb die Zahl der verunglückten Senioren mit 48 (2013: 47).

Sechs unfallträchtige Stellen im Stadtgebiet

Die unfallträchtigste Stelle in Herne ist gleichzeitig eine der meist befahrenen: die Kreuzung Holsterhauser-/Dorstener Straße, wo es 2014 siebenmal zu Unfällen kam. Drei Unfälle ließen sich auf eine fehlende Linksabbiegerphase der Ampel zurückführen; dies solle jedoch in nächster Zeit geändert werden, so die Polizei. An der Kreuzung Westring/Von-der-Heydt-Straße ereigneten sich 2014 vier Unfälle. Je drei Unfälle gab es an der Kreuzung Hermann-Löns-/Sodinger-/Wiescherstraße, an der Einmündung Dorstener-/Ackerstraße, an der Kreuzung Berliner-/Schlachthof-/ Wakefieldstraße und an der Einmündung Holsterhauser-/Sodinger-/Bochumer Straße. Ein Unfallschwerpunkt ist entschärft: An der Berliner-/Rathausstraße/Heinz-Rühmann-Platz waren 2012 und 2013 wiederholt Radfahrer von Rechtsabbiegern übersehen worden. Durch Baken und deutliche Schraffierungen ist dort 2014 nichts mehr passiert.