Yamma Ensemble begeistert in Herne für die Musik Israels

Beim Konzert mit dem Yamma Ensemble aus Israel.
Beim Konzert mit dem Yamma Ensemble aus Israel.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
In der Reihe „Klangkosmos Weltmusik“ gastierte die Sängerin Talya G. A. Solan mit ihren Musikern in der Kreuzkirche.

Herne..  Einen faszinierenden Einblick in Israels weltoffene Musikszene konnten die Besucher der Kreuzkirche am Dienstagabend beim Konzert der jungen Sängerin Talya G. A. Solan zusammen mit dem Yamma Ensemble gewinnen.

„Das Israel, in dem wir leben, ist ein lebendiges kulturelles Mosaik. Wir respektieren die Tradition, da liegen unsere Wurzeln, aber wenn wir unsere Arrangements schreiben, versuchen wir das moderne Israel auszudrücken, in dem alle diese unterschiedlichen kulturellen Einflüsse zusammentreffen,“ erzählt Sängerin Talya Solan, deren Eltern aus dem Jemen und aus Bulgarien eingewandert sind.

Lieder jemenitischen Ursprungs zu Instrumenten wie der türkischen Ney, Duduk, Shofar, Oud und Kopuz mit ihren klassischen Sinnbezügen, die Solans Partner Avid Bahar und Yannay Dror mit Flöte, Klarinette und Sopransaxophon kombinieren, machen einen Großteil des Programms aus. „Gerade diese jemenitschen Lieder haben unsere uralte Tradition am besten bewahrt, weil die jüdischen Gemeinden in der dortigen Diaspora über tausend Jahre isoliert waren,“ erläutert Solan.

In ihrer klaren, transparenten und doch so warmen Stimme, die zu wundervoller Klangfülle und Ausdruckskraft aufblühen kann, lässt sie diese versunkene Welt wieder lebendig werden: Neben liturgischen Gesängen mit ihren verhauchten Klagetönen, deren Melodien Ähnlichkeiten zu den altorientalischen Kirchenmodi, aber auch zur Musik der Sufi mit ihren Makamat aufweisen - typischen Rhythmus- und Tonfolgemodellen, die mit verschiedenen Gefühlen verbunden werden -, begeistern vor allem ihre Balladen und Liebeslieder.

Sephardische Lieder spanischer Juden aus dem 15. Jahrhundert in der inzwischen verschwundenen Sprache Latino und Avid Bahars eigene Kompositionen wie „Yaffa – Istanbul“, in denen der junge Musiker die Stile beider Metropolen aufgreift, runden ein beeindruckendes musikalisches Panorama ab.