Wissenschaftler sehen Kaufkraft-Plus von 26,6 Millionen Euro

Über 13 500 Menschen in Herne werden im neuen Jahr vom gesetzlichen Mindestlohn profitieren. Bislang verdienten sie weniger als 8,50 Euro brutto pro Stunde.

Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit. Die NGG Ruhrgebiet beruft sich dabei auf eine Untersuchung zum Mindestlohn vom Pestel-Institut in Hannover. Demnach wird die Einführung des Mindestlohns einen enormen Effekt für die heimische Wirtschaft haben: Die Wissenschaftler gehen in Herne von einer zusätzlichen Kaufkraft von 26,2 Millionen Euro durch den Mindestlohn aus.

Wichtig sei, dass alle Arbeitgeber in Herne den Mindestlohn tatsächlich zahlten. „Es wird schwarze Schafe geben: Chefs, die keine 8,50 Euro pro Stunde bezahlen. Oder Unternehmer, die die Arbeitszeit so knapp bemessen, dass Überstunden anfallen, die dann zum Null-Tarif geleistet werden müssen“, sagt NGG-Geschäftsführerin Yvonne Sachtje. Diese Arbeitgeber machten sich allerdings strafbar. Die Gewerkschaft fordert deshalb „Mindestlohn-Sonderkontrollen“ in Herne durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls.

Für Menschen mit niedrigem Einkommen bietet der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) einen „Online-Lotsen“ mit Informationen rund um den Mindestlohn: www.mindestlohn.de. Darüber hinaus hat auch das Bundesarbeitsministerium eine „Mindestlohn-Hotline“ geschaltet: 030/60 28 00 28 (Montag bis Donnerstag von 8 Uhr bis 20 Uhr).