Wir müssen reden

Die SPD sei in Herne die Partei des Dialogs. Das nehmen die Sozialdemokraten auch und gerade in Wahlkampfzeiten gerne für sich in Anspruch. Ob das uneingeschränkt gilt und ob dieser Dialog mit Bürgern nicht (zu) häufig nur Alibi-Charakter hat, darüber ließe sich trefflich streiten. Was man den Genossen aber in Herne und auch anderswo nicht absprechen kann: Die SPD ist eine Partei des innerparteilichen Dialogs.

Das wurde am Sonntag wieder deutlich. Während sich die zweite Volkspartei CDU zu einer Art Kanzlerwahlverein entwickelt hat, gehört das Ringen um Standpunkte und Positionen sowie in fast ebenso hohem Maße das Hadern mit Kompromissen und geschluckten „Kröten“ zum Selbstverständnis der SPD. Auch das macht eine lebendige Partei aus.

Übrigens: Zur „Sonntagmittagpartei“ wird sich die SPD nicht entwickeln. Mit einem eigenwilligen Veranstaltungsbeginn von 13.30 Uhr zielt die Partei nicht auf neue Anhänger. Sondern: Die Uhrzeit ist der Tatsache geschuldet, dass die Generalsekretärin direkt im Anschluss an einen Bochumer Termin nach Eickel kam.