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"Wir glauben an die Innenstadt"

30.01.2009 | 12:01 Uhr

Oberbürgermeister Horst Schiereck weist die Kritik am Handelsstandort Herne zurück.Nach dem Hertie-Aus zieht es den Elektronikfachmarkt Saturn nicht an den Robert-Brauner-Platz

Neue Heimat für Saturn, das alte Knipping-Dorn-Gelände in Herne-Baukau. Foto: WAZ, Wolfgang Quickels

Die nach dem Hertie-Aus geäußerte Hoffnung, der Elektronikhändler Saturn könne sich in der Immobilie am Robert-Brauner-Platz niederlassen, haben sich zerschlagen.

"Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft hat sich bereits nach dem Aus von Sinn-Leffers mit Saturn zusammengesetzt. Und auch nach dem Aus von Hertie am Dienstag hat die WFG noch einmal mit den Verantwortlichen gesprochen", sagte Oberbürgermeister Horst Schiereck (SPD) gestern vor Journalisten im Rathaus. Das Unternehmen der Metro-Gruppe habe aber abgewunken und erklärt, an der geplanten Ansiedlung auf dem ehemaligen Knipping-Dorn-Gelände in Herne-Baukau festhalten und dort so schnell wie möglich bauen zu wollen (siehe Zweittext).

Die Schließung des letzten Herner Warenhauses nannte Schiereck eine "schlechte Nachricht für die Stadt und eine schlimme Entscheidung für die betroffenen Beschäftigten". Der OB kritisierte die Geschäftspolitik des britischen Immobiliengesellschafters Dawney Day. Dieser habe zu Lasten einer langfristigen Sicherung von Arbeitsplätzen kurzfristig um hohe Renditen gepokert.

Die Kritik des Hertie-Insolvenzverwalters am angeblich so problematischen Standort Herne (wir berichteten) ließ Schiereck nicht gelten. Er erinnerte an die millionenschweren Investitionen in den Boulevard Bahnhofstraße, in Veranstaltungen, Feste oder die City-Kirmes. Allein auf der Bahnhofstraße seien seit 1998 etwa acht Millionen Euro verbaut worden. Darüber hinaus sei das Umfeld durch das Engagement Dritter verbessert worden, durch die sanierte Sparkassen-Hauptfiliale, das neue Kino oder das Museum für Archäologie.

Auch in Zukunft, so Schiereck, werde die Verwaltung alles in ihrer Macht stehende dafür tun, die Innenstadt attraktiv zu halten. Sie arbeite an einem vom Rat in Auftrag gegebenen Konzept zur Stärkung der City und werde zeitnah Ideen vorlegen. "Wir glauben an die Innenstadt." Die Ansiedlung von H&M oder die Wiederbelebung des City Centers mit dem Ankermieter New Yorker seien Beweise dafür, dass der Standort nach wie vor gut sei. Gleichwohl machte Schiereck deutlich, dass nicht entschieden sei, wohin die Reise des Handels gehe. Ob es tatsächlich eine Wiederauferstehung der Innenstädte geben werde oder der Handel weiter auf die grüne Wiese oder in City-Randlagen dränge, sei noch offen.

Der städtische Einfluss auf die Zukunft des Hertie-Gebäudes ist dem OB zufolge sehr begrenzt. "Wir können nicht selber ein Kaufhaus aufmachen. In unserer Wirtschaftsordnung sind dafür Unternehmer zuständig."

Von Kai Wiedermann

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Kommentare
01.02.2009
19:40
Wir glauben an die Innenstadt
von StaatsfeindNo.1 | #33

Einfach faszinierend diese Debatte hier...habt ihr eigentlich alle sonst nix zu tun? Ob Hertie jetzt zumacht oder ob in China n Sack Reis umkippt, was interessiert es mich? Ich wohne gerne in Herne, seit überr 33 Jahren, und fühle mich hier wohl, daran wird die Tatsache daß Hertie zumacht nix ändern. In der näheren Umgebung gibt es mehr als genug Möglichkeiten zum Einkaufen(Ruhrpark, CentrO, Hannibal, die zwei Brüder von Venlo etc.). Und was die Politik betrifft - Die Politiker denken doch eh vorrangig nur daran daß sie jeden Monat ihre Aufwandsentschädigungen für Mandate im Stadtrat oder den Bezirksvertretungen pünktlich auf dem Konto haben, ansonsten gilt: Selbstsicheres Auftreten trotz völliger Ahnungslosigkeit! Die Politik sollte sich nicht um so einen Kappes wie Hertie kümmern sondern endlich dafür sorgen daß man auch während der Dunkelheit von ausländischen oder eingedeutschten Mitbürgern unbehelligt über Hernes Straßen gehen kann.

01.02.2009
18:49
Wir glauben an die Innenstadt
von Peter Herrmann | #32

Wie ich schon geschrieben hatte, bin ich noch nicht so lange in Herne, also eher unbelastet.

Habe gerade gesehen, dass planungstechnisch erst sehr spät die stark frequentierte und belebte Bahnhofstrasse in Herne zu einer reinen Fussgängerzone erklärt wurde.

Und SPD-typisch mit Beton&Stein zugeschüttet.

Wie kann man nur so verbohrt sein?

01.02.2009
16:56
Wir glauben an die Innenstadt
von Peter Herrmann | #31

Liebe Hausfrauen, Aufsichtsratmitglieder bei Unternehmen und Beteiligungsunternehmen der Stadt Herne sowie Mitglieder in Betriebsausschüssen von Unternehmen und Beteiligungsunternehmen der Stadt Herne, kurz

liebe Genossinnen und Genossen hier im Forum:
haltet Euch bitte zurück, denn den Tatendrang und die Ergebnisse kennt schon jeder Bürger in Herne und sieht sich tagtäglich damit konfrontiert.

01.02.2009
16:01
Wir glauben an die Innenstadt
von Birgit_K | #30

Sie wissen doch alle gar nicht wie das wirkliche politische Leben aussieht, also halten sich bitte mit unqualifizierten Äußerungen zurück.

01.02.2009
11:56
Wir glauben an die Innenstadt
von stephan99 | #29

Mit dem Weggang von Hertie sinkt die Zentralität von Herne weiter
Womit der Anreiz das sich andere fa. In Herne ansiedeln weiter sinkt
Mich überkommt nur die Wut wenn ich lesen muss das unser Herr Bürgermeister und Konsorten
mit der aussage Wir glauben an die Innenstadt. daher kommen,
Sind die wirklich so naiv ???
Wurden überhaupt Anstrengung unternommen um Hertie am Standort zuhalten
Mit evtl. Befreiung vom Gewerbesteuern ö.ä. , ich denke nicht
Es Tut mir schrecklich leid das die Mitarbeiter von Hertie mal wieder die leidtragenden sind
Und wieder einige arbeitslose mehr in Herne
Danke Herr Schiereck und auch ein Dank dafür an Dawnay Day

01.02.2009
11:55
Wir glauben an die Innenstadt
von Peter Herrmann | #28

Dann muss halt frischer Wind her.

Ist im Arbeitsleben doch genau so. Wenn die Ergebnisse nicht mehr erzielt werden, liegt es oft an den Ideen und der Motivation der Vorgesetzten.

Und da werden die dann ausgetauscht.

Und die SPD-Genossen haben sich in Herne, wie übrigens auch in Gelsenkirchen und anderen Ruhrgebietsstädten, ein warmes Nest bereitet.

Da Herne eher ein Provinznest ist, bleibt der Druck nach Leistung wie in grossen Städten halt aus.

Mittlerweile ist der Filz so dicht geworden, dass einfach mal die Köpfe und Wurzeln ausgetauscht werden müssen.

Die festgefahrenen Betonköpfe denken doch zum grossen Teil nur daran, wie man Freunden & Genossen etwas man Kuchen der Allgemeinheit zukommen lassen kann, wie man sich selbst einen grossen Schluck aus der Pulle gönnt und vor allem bloss keine grossen Veränderungen einführen, die einem selbst und seinem künftigen Ruhegeld schaden könnten.

Die sind in in diesem Teufelskreis gefangen.

Daher sollten Menschen mit anderen Ansichten und vor allem mit einer gesunden Unbefangenheit das Ruder herumreissen, um etwas zu bewegen.

Die hinterfragen noch viele Entscheidungen und warum z.B. stets Firma XYZ stets immer bevorzugt wird. Das merken die heutigen Gestrigen doch gar nicht mehr. Für die war es schon immer so, schliesslich sieht man sich seit vielen, vielen Jahren auf den Bezirksvertretungen, vergibt die Aufträge und so weiter und so weiter.

Und bringen unbefangen auch mal Ideen ein und können diese auch umsetzen, während andere gefangen in der Vergangenheit leben.

01.02.2009
01:17
Wir glauben an die Innenstadt
von onesane | #27

Solange keine Wirtschaftskraft daran glaubt geht es wie in den letzten 30 Jahren einfach weiter bergab...

30.01.2009
20:46
Wir glauben an die Innenstadt
von herbertfram | #26

Wir haben die SPD und ihre unfähigen Politiker lange genug GENOSSEN.

30.01.2009
19:11
Wir glauben an die Innenstadt
von bartie011 | #25

Hallo zusammen.
Ich muss mal was loswerden: komme aus Witten und bin gerne in Herne einkaufen, Kaffee trinken usw.
Ich finde, Ihr habt eine schöne Innenstadt (zumindest ab Robert Brauner Platz nach oben).
Und obwohl ich ziemlich oft bei Euch bin, werde ich Hertie wohl nicht sehr vermissen, weil die da fast gar nix hatten (haben). Klamotten, Elektro, CDs....alles nur altes Zeug oder total überteuert.
Für die nicht mobilen Leute tut es mir leid, alle anderen können (und müssen) sich woanders eindecken.Wünsche Herne viel Glück-ich werde weiterhin kommen.

30.01.2009
17:07
Wir glauben an die Innenstadt
von Stefan Wagner | #24

Die Politik kann entsprechende Anreize schaffen und das Unternehmertun mit den richtigen Mitteln unterstützen.

Aber 60 Jahre lang mit der westfälischen Schlafmütze auf den Kopf und dem sozialen Brett vor dem Kopf kann da nichts daraus werden.

Wir brauchen keine Jahrmarkt-Gaukler mehr in Herne mit Ich sehe in der Glaskugel... und dem Glauben an, wie es so schön ein anderer Kommentator mal formulierte, Zitronenfalter, sondern Männer und Frauen, die anpacken können, Visionen und Beziehungen haben und es auch schaffen positive und nachhaltige Veränderungen herbeizuführen.

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