„Wilhelmshöhe“ in Bickern startet mit völlig neuem Konzept

Die „Wilhelmshöhe“ in Bickern
Die „Wilhelmshöhe“ in Bickern
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Ende Februar soll die Gaststätte „Wilhelmshöhe“ im Stadtteilzentrum Pluto in Bickern wieder öffnen. Allerdings mit einem völlig neuen Konzept.

Wanne-Eickel..  Seit Januar 2014 war die „Wilhelmshöhe“, die Gaststätte im Stadtteilzentrum Pluto in Bickern, für den allgemeinen Besuch geschlossen. Ende Februar soll sie wieder öffnen - vorausgesetzt, der Pachtvertrag mit der Stadt ist dann unterschrieben. „Die Wilhelmshöhe“ wird aber keine Gaststätte sein wie jede - unter Federführung der Gesellschaft freie Sozialarbeit (GfS) können dort künftig bis zu zwölf junge Leute, die wegen psychischer Einschränkungen Probleme auf dem Arbeitsmarkt haben, trainieren, einer Beschäftigung nachzugehen, so Frank Köhler.

Der Leiter der GfS stellte das Konzept jetzt in der Bezirksvertretung Wanne vor. Ausgangspunkt waren Beobachtungen, die Mitarbeiter des Herner Job-Centers vermuten ließen, das manche junge Leute aufgrund verschiedener psychischer Erkrankungen auf dem Arbeitsmarkt einfach nicht klar kamen. Fachleute der LWL-Universitätsklinik Bochum wurden hinzugezogen - und bestätigten die Vermutungen zu 90 Prozent, so Köhler. Gemeinsam sei überlegt worden, was für diese Gruppe getan werden kann. Nach dem Vorbild eines schon länger erfolgreich in Essen laufenden Projekts wurde so das Konzept mit sozialpädagogischem Charakter für die „Wilhelmshöhe“ aus der Taufe gehoben. Die Bewilligung des Job-Centers liege auch bereits vor, berichtete Köhler.

Die jungen Leute arbeiten in der Gaststätte künftig unter Anleitung professioneller Kräfte aus dem Gastronomie-Bereich, die GfS stellt dazu 1,5 Stellen für Küche/Service und 1,5 Stellen für die sozialpädagogische Begleitung zur erfügung, hinzu kommen Honorarkräfte; die medizinisch-therapeutische Begleitung übernimmt die Bochumer LWL-Klinik.

„Wir werden mit Öffnungszeiten montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr starten, und an Sonntagen nachmittags Kaffee und Kuchen anbieten“, so Köhler. Eine Öffnung am Abend sei vorerst nicht geplant, könne jedoch nach entsprechender Voranmeldung von Gruppen eingerichtet werden. Angeboten bekommen die Gäste in der „Wilhelmshöhe“ Frühstück, Mittagessen und ein Kaffeetrinken. „Wir werden das Schritt für Schritt aufbauen“, kündigte Köhler an. Der Koch sei inzwischen schon vor Ort, die pädagogischen Mitarbeiter und fünf junge Teilnehmer des Projekts ebenfalls. Die Zeit bis zur geplanten Eröffnung Ende Februar wird genutzt, um die Gaststätte wieder startklar zu machen.

Bei der Politik stieß das Konzept auf positive Resonanz: „Das hört sich sehr spannend an“, meinte der Vorsitzende der CDU-Bezirksfraktion, Frank Droste. Günter Nierstenhöfer (Piraten) fragte an, ob sich auch die Bürgerwerkstatt im Keller des Stadteilzentrums Pluto mit einbeziehen lasse. Dazu gebe es schon Überlegungen, erklärte Frank Köhler. „Mal sehen, ob sich dort ein Repair-Café anbieten lässt, wie es in einigen Nachbarstädten erfolgreich läuft.“