Wie Sie Ihr Fahrrad am besten winterfest machen

Die Kette muss im Winter regelmäßig gepflegt werden, sagt Tom Meier, Fahrrad-Experte bei Profile Korte.
Die Kette muss im Winter regelmäßig gepflegt werden, sagt Tom Meier, Fahrrad-Experte bei Profile Korte.
Foto: Rainer Raffalski
Was wir bereits wissen
  • Die Kette sollte nach jeder Regenfahrt gereinigt werden
  • Wasser kann Bremswirkung von Bremsen mit Gummi-Klötzen beeinträchtigen
  • Akkus von Pedelecs sollten bei niedrigen Temperaturen herausgenommen werden

Herne..  Fahrradfahren im Winter - manch einer will und kann darauf nicht verzichten. Wie Sie Ihr Rad winterfest machen und worauf Sie achten müssen, erklärt Tom Meier, Verkäufer vom Zweiradspezialisten Profile Korte an der Bahnhofstraße 123.

Kette

Bei nassem Wetter sammelt sich im Antrieb jede Menge Dreck, der an der Kette hängen bleibt. Die Geräusche werden rasch lästig, sagt Tom Meier. Auf längere Sicht werde die ungepflegte Kette Schaden anrichten. Damit das Rad nicht in der Werkstatt landet, rät der 34-Jährige: „Wenn man es schafft, sollte man die Kette nach jeder Regenfahrt reinigen.“ Dafür nehme man einen Lappen und geeignetes Öl. Falsche Fette können den Dreck stärker anziehen. Tipp: Den unteren Teil der Kette vor der Gangschaltung nehmen. Dadurch werden Ölspritzer auf Felge und Bremse vermieden.

Beleuchtung

Neben der üblichen Beleuchtung, ein rotes Licht hinten, ein weißes vorn, sieht die Straßenverkehrszulassungsverordnung das Anbringen von Reflektoren vor: vorne (meist in der Lampe integriert), hinten, an den Pedalen, und an den Rädern. Katzenaugen sind immer noch erhältlich, moderne Räder würden aber Reflex-Streifen haben. Eine Alternative zu Katzenaugen (ca. 4 Euro) stellen Seku-Clips dar. Das sind kleine Plastik-Röhren, die an die Speichen geheftet werden. Kosten: rund 22 Euro.

Bremsen

Mountainbikes und neuere Trekkingbike-Modelle sind mit Scheibenbremsen ausgestattet, die auch bei Nässe eine gute Bremsleistung liefern, sagt Tom Meier. Bremsklötze seien bei diesem Wetter mit Vorsicht zu genießen, weil die Bremswirkung der Gummi-Klötze auf der Felge durch Wasser geschwächt werde.

Die Bremsklötze sollten gewechselt werden, wenn man den Griff an den Lenker ziehen kann. Den Grad der Abnutzung kann man auch an den Riefen, kleine eingearbeitete Rillen, feststellen. Tipp: Mit dem Fingernagel prüfen, ob die Bremsklötze „verglast“ sind. Überhitzen die Bremsen, wird die Oberfläche hart. Die Bremswirkung lässt nach.

Reifendruck

Zu niedriger Reifendruck kann die Mäntel kaputt machen, bei zu hohem verringert sich die Auflagefläche und das Rad verliert an Haftung. Der Maximaldruck ist auf dem Mantel abzulesen. Generell sollte man den Reifen mit etwas weniger Luft füllen (Körpergewicht beachten). Beispiel: Bei einem Maximaldruck von sechs Bar und 85 Kilo Körpergewicht sind vier Bar richtig.

Bei der Reifenwahl führt derzeit kein Weg an Schwalbe vorbei, sagt Meier. Der Marathon-Plus gelte als „Unplattbar“ und punkte mit Langlebigkeit.

Pedelec-Akkus

Besitzer eines Pedelecs (Elektro-Fahrrad) müssen im Winter auf den Akku acht geben. „Die Akkus dürfen nicht bei einer Temperatur unter fünf Grad gelagert werden. Im Winter sollte man sie mit ins Haus nehmen.“ Kalte Temperaturen beeinträchtigten auch die Reichweite.

Außerdem sollte man nach jeder Regenfahrt die Kontakte prüfen und gegebenenfalls trocknen. Wer im Winter nicht fahre, sollte den Akku zu 60 Prozent aufladen und einmal im Monat den Ladezustand prüfen.