Wenn Wünsche doppelt in Erfüllung gehen

Nach dem Fest werden zahlreiche Weihnachtsgeschenke umgetauscht. Im Bild: Geschäftsinhaberin Ursula Hirsch (links) und Kundin Carola Reinhard bei Wäschemoden Hirsch.
Nach dem Fest werden zahlreiche Weihnachtsgeschenke umgetauscht. Im Bild: Geschäftsinhaberin Ursula Hirsch (links) und Kundin Carola Reinhard bei Wäschemoden Hirsch.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Nach dem Weihnachtsfest müssen manche Geschenke umgetauscht werden. Der Andrang in den Geschäften hält sich hier aber in Grenzen.

Herne..  So fielen sie doch noch, die ersten Schneeflocken in diesem Winter, am ersten verkaufsoffenen Tag nach Weihnachten und verwandelten die Einkaufsstraße in eine nasse Matschmeile. Vielleicht verirrten sich gerade deshalb nur wenige Kunden in die Herner Innenstadt, um ungeliebte oder schlichtweg unpassende Geschenke wieder zurückgehen zu lassen. Gleichwohl: kaum ein Geschäft, in dem dann doch nicht der Bon gezückt wurde.

Zweimal das Buch „Seidenspinner“

Dagmar Grolman kam Samstag gleich samt Ehemann in die Buchhandlung Koethers und Röttsches. Das Buch „Seidenspinner“ hatte sie gleich zwei Mal geschenkt bekommen: vom Mann und von der Frau Mama. „Dabei hatte ich zuvor noch heimlich versucht, es von meiner Wunschliste für meinen Mann zu löschen, als ich erfahren hatte, dass meine Mutter es schon gekauft hatte.“ Das klappte leider nicht, erzählt sich lachend, und böse ist hier ohnehin niemand, schließlich hatten es alle doch nur gut gemeint. Dafür gab es sofort ein neues Exemplar mit dem schönen Titel „Liberty Bell“, „das kann meine Tochter auch noch gleich mitlesen“, freut sich die Kundin. Auch Kundin Sabine Jäger stöbert entspannt in den Regalen der Buchhandlung, auf der Suche nach einem neuen Exemplar. „Darm mit Charme“; so hieß der Titel, der gleich zwei Mal unter dem Weihnachtsbaum lag. Wahrer Umtauschstress sieht anders aus.

Das mag jedoch nicht allein am schlechten Wetter liegen und an der Tatsache, dass die meisten Händler eine Umtauschfrist von mindestens 14 Tagen gewähren – je nach Kulanz. Vielmehr, da ist sich Heiko Lettau von Leder Droste sicher: „Die Kunden kaufen mittlerweile bewusster.“ Früher, da hieß es schon mal: „Packen Sie einfach mal was ein.“ Das habe sich geändert. „Die meisten kommen doch schon mit sehr klaren Vorstellungen ins Geschäft. Auch Männer machen sich vorab ausgiebig Gedanken“, weiß der Fachmann. Offensichtlich trifft das auch bei der Wahl eines Geschenkes zu, bei dem viel falsch gemacht werden kann: der Unterwäsche. „In diesem Jahr war scheinbar alles gut, wir hatten bislang erst einen Umtausch“, so Ursula Hirsch vom Fachgeschäft Wäschemode Hirsch. Und Hunkemöller-Mitarbeiterin Sarah Bednarz bestätigt: „Mit dem Design waren bislang alle zufrieden, wenn überhaupt, passte hier und da die Größe mal nicht.“

Bleibt für die Händler nur zu hoffen, dass sie in den nächsten Tagen nicht von einer riesigen Umtauschwelle erfasst werden. Ausgeschlossen scheint diese Tatsache im Spielzeuggeschäft Intertoys, schließlich bringt es der sechsjährige Malte Winkler auf den Punkt: „Was soll ich denn umtauschen? Ich habe vom Christkind einen ICE von Lego bekommen und passende Schienen dazu.“ Recht hat er.