Weltweit erste Implantation eines Geräts zur Behandlung der Herzschwäche
09.02.2010 | 13:21 Uhr 2010-02-09T13:21:00+0100
Herne. Im Universitätsklinikum Marienhospital Herne wurde jetzt erstmals weltweit ein neuartiges Gerät zur Behandlung der fortgeschrittenen Herzschwäche in einer zweieinhalbstündigen Operation erfolgreich implantiert.
Der 72-jährige Patient, berichtet das Krankenhaus, wies seit langem eine schwere Form der so genannten Herzinsuffizienz auf, bei der sich Flüssigkeit vor allem in Lunge, Bauch und Beinen sammelt.
Das neue Gerät „Unify“ erfüllt dabei drei Funktionen: Es behandelt wie ein Herzschrittmacher Herzrhythmusstörungen und gibt dem kranken Herzen den Takt vor. Es schützt, wie ein Defibrillator, den Patienten vor bösartigen schnellen Herzrhythmusstörungen und kann im Notfall auch einen Elektroschock abgeben, um das Herzrasen zu beenden. Mit seiner dritten Funktion behandelt das Gerät die Herzschwäche, indem die rechte und die linke Herzhälfte wieder gleichzeitig pumpen und sich damit die Pumpleistung und die Belastbarkeit des Patienten deutlich bessern.
Das Gerät informiert den Patienten mit einem Alarm
Mit der jetzigen Erstimplantation unter der Leitung von Professor Hans-Joachim Trappe und Oberarzt Magnus W. Prull wurden die letzten Entwicklungen in einem nun deutlich kleineren Gerät vereint. Neben einer Selbstmessung und Anpassung der elektrischen Werte misst das Gerät selbstständig Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge und kann den Patienten über eine Alarmfunktion informieren. Außerdem ist „Unify“ in der Lage, von zu Hause aus die Daten des Patienten an den weiterbehandelnden Arzt über das Internet zu senden.
Dem 72-jährigen Patienten geht es gut, berichtet das Marienhospital, er hat die Operation in örtlicher Betäubung gut überstanden – und wird bald aus der stationären Behandlung entlassen.
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