Weiter dicke Luft in Wanne
07.02.2012 | 15:10 Uhr 2012-02-07T15:10:00+0100
Wanne-Eickel. Im Wanner Norden herrscht weiter dicke Luft: Die Grenzwerte für Feinstaub wurden im vergangenen Jahr an der Messstation auf der Recklinghauser Straße an 67 Tagen überschritten.
Das ist dieselbe Zahl wie schon 2007 – und einmal mehr viel zu viel: Toleriert werden von der EU maximal 35 Überschreitungen pro Jahr.
Ziel müsse es sein, die Grenzwerte nicht nur einzuhalten, sondern sogar zu unterschreiten, sagt Gerd Werner, Leiter des städtischen Umweltamtes. Er setzt seine Hoffnung nun auf die Umweltzone Ruhrgebiet, die zum Jahresbeginn an den Start ging und erstmals auch das Stadtgebiet von Herne umfasst. Seit Januar dürfen Fahrzeuge ohne Plakette demnach nicht mehr über die Straßen rollen. Dadurch erhofft sich die Stadt eine Senkung der Feinstaubbelastung.
Ob das aufgeht, bleibt abzuwarten. In diesem Jahr gibt es bereits neun Überschreitungen, berichtet die Stadt. Mitspielen muss im Kampf gegen die krebserregenden Feinstaub-Partikel auch die Witterung. Verantwortlich für die dicke Luft im vergangenen Jahr waren auch die extremen Wetterlagen im Frühjahr und Herbst, sagt Werner.
Gleba nennt Zahlen„bedenklich“
Konkret: Im fast regenfreien März und April, als die Temperaturen in die Höhe schossen, explodierte auch die Feinstaub-Konzentration. Ähnlich war es im November. „Die Menschen haben über das gute Wetter gejubelt, und wir haben hier gesessen und geweint“, so beschreibt es Werner. In einem Bericht an die EU, in dem die Überschreitung der Grenzwerte begründet werden muss, müsse auch auf die Witterung hingewiesen werden, so der Leiter des Umweltamts.
Dirk Gleba, der Vorsitzende des Umweltausschusses, zeigt sich ob der Zahlen alarmiert. Er nennt es „bedenklich“, dass die Feinstaub-Konzentration vor Ort einen Spitzenwert im Land einnimmt. Sollte die neue Umweltzone die Belastung nicht drücken, müssten weitere Maßnahmen her. So sei auf der Recklinghauser Straße etwa Tempo 30 denkbar, in der Pflicht wäre das Land. Ebenso müssten die Autobahnen in die Umweltzone eingebunden werden, hier wäre der Bund gefragt. Zur Erinnerung: Die Recklinghauser Straße liegt an der A 42, die für reichlich Feinstaub im Wanner Norden sorgen dürfte. Kritik äußert Gleba in diesem Zusammenhang an Plänen des Kämmerers, der laut überlegt, beim ÖPNV zu sparen. Auch das, so der Grüne, würde für zusätzliche Feinstäube sorgen.
Trotz aller Bemühungen, die schädlichen Rußpartikel in der Luft in den Griff zu bekommen: Man dürfe nicht vergessen, dass man vor Ort „nicht auf einer Hallig“ lebe, sagt Stadtmitarbeiter Gerd Werner. Herne sei nun mal auch ein Industrie-Standort. Da werde es Luft-Belastungen immer geben. Ebenso müsse der „Spagat zwischen allen Interessenparteien“ gelingen. Soll heißen: Anwohner haben ein Recht auf Einhaltung der Grenzwerte, aber Unternehmen müssen auch produzieren und Waren bewegen dürfen.
17:53
Jedem wurden für nen Aufkleber, egal ob grün, gelb oder rot, 5 Euro aus der Tasche gezogen. Und in den Umweltzonen darf, wie seltsam, jeder mit grünem, gelben und rotem Aufkleber fahren. Wo ist da der Sinn? ...ach ja, bei den 5 Euro! Danke, bitte, gern geschehen!
09:08
Steht der Lärmentwicklungsplan für Herne denn schon?
Für ein nahezu flächendeckendes und zusammenhängendes Gewerbegebiet wie Herne mit nur wenig Ansiedlung von Wohnhäusern in Mischgebieten doch ein Muss!
Wen stört da schon, wenn die LKWs morgens vor 7 Uhr durch die Straßen der noch schlafenden Anwohner donnern, nur um sich beim Discounter noch "ne Pulle" zu holen und dann erst auf die Autobahn zu begeben.
Die Verkehrsführung mit 50 km/h scheinen die meisten LKW-Fahrer ohnehin nur als Richtgeschwindigkeit zu interpretieren und bei 30 km/h scheint man sowieso nur "mindestens" 40 km/h umzusetzen.
Verkehrsberuhigende Maßnahmen? Passen wohl nicht in das Konzept "Freie Fahrt für LKWs".
08:54
Es ist nicht nur "dicke Luft" in Wanne,
sondern überall im Staat!
Zahlen und Statistiken beweisen eindeutig, das die Umweltzonen
der absolute falsche Weg ist!
Wann erkennen, bzw. geben unsere Politiker endlich diesen Fehlschlag zu?
Muss der Bürgen zuerst die durch die UWZ entstandenen Kosten noch mehr aufkommen, damit dieser ganze Schwachsinn weiter laufen kann, als wäre das was die Damen und Herren dort in Berlin beschlossen haben richtig??
Es ist schon mehr als peinlich, was hier im Land geschieht!