WAZ lud in die Herner Akademie Mont-Cenis

Anhand eines Photovoltaikmoduls erläuterte Andreas Krause von den Stadtwerken das Energiekonzept der Akademie Mont-Cenis.
Anhand eines Photovoltaikmoduls erläuterte Andreas Krause von den Stadtwerken das Energiekonzept der Akademie Mont-Cenis.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
„WAZ öffnet Pforten“: In der Akademie standen die Photovoltaikanlage und das mit Grubengas betriebene Heizkraftwerk im Mittelpunkt.

Als 1978 die Zeche Mont-Cenis geschlossen wurde, lag die Fläche rundherum viele Jahre brach. Anders als von anderen ehemalige Zechen ist von Mont-Cenis nichts erhalten geblieben. 1997 wurde schließlich der Grundstein für die Fortbildungsakademie Mont-Cenis gelegt. Im Rahmen der Aktion „WAZ öffnet Pforten“ bekamen am Dienstag einige Leser einen Einblick hinter die Kulissen des riesigen Glasbaus.

Im Mittelpunkt der Tour standen die Photovoltaikanlage und das mit Grubengas betriebene Blockheizkraftwerk, das als erstes seiner Art Grubengas aus einer stillgelegten Zeche nutzt, um Wärme und Strom zu erzeugen. „Unter Tage gibt es heute immer noch Hohlräume“, so Andreas Krause von den Herner Stadtwerken, die an der Realisierung des Energieparks an der Akademie beteiligt sind. An der Stelle, an der damals der Schacht der Zeche stand, ist heute ein Rohr 800 Meter in den Boden eingelassen, um das in den Hohlräumen fließende Grubengas austreten zu lassen. Dieses wird im Blockheizkraftwerk schließlich in Strom und Wasser umgewandelt. Auch aktuell wird an der Akademie nach Grubengas gebohrt. Im Herbst sollen die Arbeiten voraussichtlich abgeschlossen werden. „Nun habe ich auch Verständnis für den Lärm der Bohrungen. Sie sind ja schließlich für einen guten Zweck. Ich finde es toll, wenn das Grubengas als Energie genutzt werden kann“, sagte Teilnehmerin Helga Sokolis, die gleich hinter der Akademie wohnt.

Photovoltaik erzeugt ein Megawatt

Die Photovoltaikanlage, die auf einer Fläche von 10 000 Quadratmetern Solarenergie erzeugt, schmückt das Dach der Akademie. Als sie im Jahr 1999 in Betrieb ging, war die Anlage einmalig. Ein Megawatt Leistung wird hier erzeugt – weltweit waren es damals insgesamt 20 Megawatt. Die Anlage, die auch in die westliche Fassade der Akademie integriert ist, wurde für 15 Millionen Mark angeschafft. Doch trotz der energetischen Vorteile des Energieparks durch das Blockheizkraftwerk und die Photovoltaikanlage hat die Akademie auch mit einigen Defiziten zu kämpfen. „Hier wurde mehr auf die Optik als auf die Funktion geachtet“, erklärt Verwaltungsleiter Ralf Tiemann den WAZ-Lesern. Eine Klimaanlage gibt es nicht und durch den Glasbau ist es dort rund 10 Grad wärmer als draußen – bei den hohen Temperaturen gestern gut spürbar. Eine natürliche Luftzirkulation wird hier über geöffnete Fenster erreicht. „Das Konzept ohne zusätzliche Klimatisierung geht hier einfach nicht auf“, so Tiemann. Besonders bei den jährlich rund 1200 Fortbildungen sei dies schwierig. „Die Leute müssen schließlich mit dem Kopf arbeiten“, weiß der Verwaltungsleiter.

Viele technische Einzelheiten und Fakten vermittelten Krause und Tiemann den WAZ-Lesern bei der Führung in und rund um die Akademie. Und die waren sich einig: „Im nächsten Jahr möchten wir wieder an der Aktion teilnehmen.“