Was verbinden Sie mit der „Sonne“?

Z Anfangs gehörte ich auch zu den Stammgästen. Das hatte auch persönliche Gründe. Hotte war Zivi im Sozialistischen Bildungswerk gewesen, wo ich gearbeitet habe. Wir kannten uns ganz gut. Und mit Uwe Knüpfer habe ich in einem Haus gewohnt an der Schaeferstraße. Ich hatte einen Mitbewohner, Reiner, der auch in der ,Sonne’ gekellnert hat. Die Kellner fühlten sich nach einer gewissen Zeit unterbezahlt. Mein Mitbewohner berief dann bei uns oben eine Streikversammlung ein, um zu überlegen, wie man ein paar Mark mehr kriegen könnte. Wer auch dabei war: Uwe Knüpfers spätere Frau Vera. Die Sonne war schon die ,In-Kneipe’ in dieser Zeit. Sonst gab es ja nur das ,Podium’ an der Schillerstraße.“70, Rentner

Z Ich war vor allem Stammgast in der ersten ,Sonne’. Bis heute bin ich noch gut befreundet mit Hotte Jebram, und Reinhold Buckel ist mein Schwager. In der Sonne habe ich auch meine Frau Renate kennengelernt. Bevor die Kneipe an der Shamrockstraße neu eröffnet hat, haben wir da unsere Hochzeit gefeiert, am 22. September 1990, da war sie schon renoviert. Eine große Party war das, über beide Räume. Ich weiß noch, im linken Raum stand das Büfett auf dem Billardtisch, und Musik hatten wir auch. Hinterher haben wir da noch die Promotion meiner Frau gefeiert und Geburtstage. Das ist schon ein bisschen traurig, dass die ,Sonne’ schließt, auch wenn ich in den letzten Jahren nicht so viel damit zu tun hatte.“

Z Ich bin damals noch von Aachen aus, wo ich studiert habe, immer in die ,Sonne’ gefahren, das war mein Zuhause, wenn ich in Herne war. Ich hatte viel zu tun mit Uwe Knüpfer und Willy Meier, der der Vater meiner Kinder ist. Meine Erinnerungen verbinde ich mit der alten ,Sonne’. Irgendwann später kam ich mit meinen Kindern in Konflikt: Wenn ich dahin ginge, könnten sie nicht da sein. Da haben sie den Vortritt bekommen. Dass Hotte Jebram das so lange gemacht hat, ist Wahnsinn, das bewundere ich. Wenn jetzt junge Leute etwas Neues machen wollen, finde ich das gut. Das muss aber ein Neuanfang sein. Man kann nicht das Alte wieder aufleben lassen. Ich glaube, dass die Kneipenkultur eine andere geworden ist.“