Was nicht passt, wird in Herne passend gemacht

„Was nicht passt, wird passend gemacht“ heißt eine deutsche Komdöie  mit Ralf Richter (3 v. li.) in der Hauptrolle. Das Motto gilt bisweilen auch in der Herner Politik.
„Was nicht passt, wird passend gemacht“ heißt eine deutsche Komdöie mit Ralf Richter (3 v. li.) in der Hauptrolle. Das Motto gilt bisweilen auch in der Herner Politik.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Was nicht passt, wird nicht nur auf dem Bau passend gemacht, sondern auch in der Herner Politik von den beiden Ratskooperationspartnern.

Herne..  Aus aktuellem Anlass: die WAZ legt Herner Verantwortlichen aus Parteien und Politik einige Osterpräsente für besondere Leistungen ins Nest.

„Was nicht passt, wird passend gemacht“! So heißt eine deutsche Komödie von Peter Thorwarth aus dem Jahr 2002 unter anderem mit Ralf Richter und Dietmar Bär in den (Handwerker-)Hauptrollen. Was Ralf Richter & Dietmar Bär für diesen Film sind, das sind Frank Dudda (SPD) und Markus Schlüter (CDU) für die Herner Politik. Sie haben im vergangenen Jahr beim Zimmern der rot-schwarzen Ratskooperation so lange gehämmert, geschraubt und gedreht, bis es scheinbar „gepasst“ hat und eine neue (CDU-)Dezernentenstelle in der Verwaltung angesiedelt werden konnte. Und das sogar „kostenneutral“ durch Auflösung der Leiterstellen im Fachbereich Umwelt, so das Versprechen.

Nach den Osterferien soll die neue Spitzenposition nun besetzt werden. Für diese Mogelpackung (man kann auch sagen: diesen falschen Hasen) und die Schaffung eines völlig überflüssigen Dezernats legen wir der CDU ein Luft-(schokolade-)Ei und der SPD sogar gleich drei faule Eier ins Nest – haben die Herner Sozialdemokraten (anders als Genossen in anderen Städten) es doch jahrelang im Rat versäumt, der CDU das zuzugestehen, was man dieser zweitstärksten Partei in Herne aus guten demokratischen Gepflogenheiten eigentlich hätte zugestehen sollen: ein Dezernat im Verwaltungsvorstand.

Große Keule

„Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.“ So hieß einst ein Hit der 2008 aufgelösten deutschen HipHop-Formation „Kinderzimmer Productions“. Und so lässt sich auch die Attacke des Herner SPD-Stadtverordneten Hendrik Bollmann auf die Herner Alternative für Deutschland (AfD) auf den Punkt bringen. Zurecht hatte der Ratsherr der Sozialdemokraten jüngst im Bildungsausschuss darauf hingewiesen, dass eine Anfrage der AfD zum Thema „Auffangklassen für Zuwanderer“ durchaus den Schluss zulässt, dass hier jemand sehr deutlich in Richtung Rechtspopulismus schielt (wir berichteten). Eine These, der die Herner AfD auf ihrer aktuellen Facebook-Seite Nahrung gibt – werden dort doch bevorzugt Themen wie Asylpolitik, Anstieg der Kriminalität und Zuwanderung aufgegriffen. Dummerweise hatte Hendrik Bollmann bei seinem Vorstoß gegen die AfD gleich die ganz große Keule ausgepackt und in diesem Zusammenhang auch das Schlagwort „Dortmund“ – Stichwort: Neonazi-Hochburg – fallen lassen. Für den gut gemeinten Vorstoß legen wir ihm den Anti-Nazi-Song „Beate Zschäpe hört U2“ des HipHop-Trios „Antilopen Gang“ ins Osternest.

Behördengeflüster oder: Der Mythos König Kunde

Dieses Osterei ist eigentlich fast schon verjährt: 2011 hat das Jobcenter den Langzeitarbeitslosen in Alt-Herne ganz deutlich gemacht, dass der von den Behörden so gerne benutzte Begriff „Kunde“ nicht mehr als ein Wort ist. Von Herne-Mitte nach Wanne an den Rand der Stadt zog das Jobcenter damals.

Am Mittwoch hat das Jobcenter das Domizil auf dem Hiberniagelände bezogen und ist wieder näher zum „Kunden“ gerückt. Für den auch nach vier Jahren nicht nachvollziehbaren Umzug nach Wanne legen wir dem Jobcenter das Buch „Der Mythos vom König Kunde: Wie Kundenorientierung wirklich gelingt“ ins Osternest.