Warten auf den Showdown
12.02.2012 | 14:42 Uhr 2012-02-12T14:42:00+0100
Herne. Im fast ausverkauftem Kulturzentrum präsentierte ein schwedisch-deutsches Ensemble die „Musical Highlights Tour 2012“. Trotz vieler bekannter Songs entsprach der Abend nicht allen Erwartungen.
Die Erwartungen waren groß, als das Creativ Team Lippetal und Lycke Events AB Schweden am Freitagabend zur großen Musical-Show ins Kulturzentrum einluden. Ihre neue Musical-Highlights Tour im Jahr 2012 versprach einiges. Nicht umsonst hat das Ensemble, das in diesem Jahr durch 40 Städte tourt, in den vergangenen Jahren viele Fans erobert. Und die wollten nicht enttäuscht werden .
Doch gleich zu Anfang patzt das Team oder besser die Technik. Vorhang auf, Musik an - Stille bei den sechs Darstellern. Einige Sekunden später wurde klar, dass der Vorhang sich nicht vollständig gelüftet hatte. Also alles noch mal auf Anfang. Licht wieder an, wieder aus und diesmal klappte es.
Das Bühnenbild, das sich dann bot, bestand aus einer beweglichen Schattenwand mit einem Stufenpodest davor. Je nach Stimmung und Musical-Song wurde die Wand entsprechend beleuchtet. Pappmaché-Bäume oder andere Kulissen gab es keine. Dafür aber jede Menge bekannte und weniger bekannte Songs aus Jesus Christ Superstar, Tanz der Vampire, Wicked, Phantom der Oper, Elisabeth, Cats, König der Löwen und einigen anderen Musicals.
Den Anfang machte ein Song aus Cabaret. Der Star des Abends war unumstritten Sabine Neibersch, die das Publikum mit ihrer Gänsehaut-Stimme verzauberte. So auch mit dem Hit „Ich gehör’ nur mir“ aus Elisabeth. Petter Bjällo bekam ebenfalls viel Applaus für seine tiefe rauchige Stimme. Daniel Dodd-Ellis, Karin Hylander, Philipp Hägeli und Anna Thorén gingen neben diesen beiden herausragenden Künstlern fast ein bisschen unter. Obwohl auch sie gebuchte Alternativ-Besetzungen in großen Musical-Produktionen sind.
Die gesamten zweieinhalb Stunden wartete das Publikum auf den großen Showdown. Doch nach der letzten Dirty Dancing-Nummer war schon alles vorbei. Weiterer Kritikpunkt: Die Kostüme fielen etwas spärlich aus. Kleider und Anzüge waren zwar immer auf das jeweilige Musical abgestimmt, aber doch sehr weit von dem entfernt, was sich das Publikum erhofft hatte. Schließlich sind knappe vierzig Euro für die vordersten Reihen und gute dreißig für die hinteren nicht gerade geschenkt.
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