Wanner Protestanten sind wütend

Die Christuskirche in der Wanner Innenstadt.
Die Christuskirche in der Wanner Innenstadt.
Foto: WAZ FotoPool

Wanne-Eickel..  Die Christuskirche in Wanne-Mitte wird bald geschlossen, am 7. Oktober findet an der Hauptstraße der letzte gemeinsame Gottesdienst der drei ehemals selbstständigen Gemeinden statt, die Anfang 2009 zur Matthäus-Gemeinde fusioniert waren.

Die evangelische Matthäus-Gemeinde in Wanne erwartet gespannt den kommenden Donnerstag. Dann nämlich treffen sich die Mitglieder zur Gemeindeversammlung an der Zeppelinstraße (19 Uhr) – die Kirchenoberen rechnen damit, dass dann viele Gläubige ihrer Enttäuschung Ausdruck verleihen: Die Christuskirche in Wanne-Mitte wird bald geschlossen, am 7. Oktober findet an der Hauptstraße der letzte gemeinsame Gottesdienst der drei ehemals selbstständigen Gemeinden statt, die Anfang 2009 zur Matthäus-Gemeinde fusioniert waren.

13 000 Euro Heizkosten

Pfarrer Herbert Otterstein betont zwar, dass der Begriff „Aus“ für die Christuskirche nicht wirklich treffend sei, da in den Sommermonaten dort „punktuell“ weiterhin Hochzeiten und andere Feste gefeiert werden sollen. Doch der Geistliche bestätigt: „Regelmäßige Gottesdienste wird es in Wanne-Mitte nicht mehr geben.“ Der Beschluss des Presbyteriums ist unumstößlich. Die Gemeinde sah sich aufgrund der enormen Heizkosten dazu gezwungen. „Die Christuskirche ist mit Abstand am Teuersten. Wir haben da alte Anlagen, die neu gemacht werden müssten. Das wäre ein gigantischer Aufwand“, so Otterstein. Die Aufgabe des Standorts bringe der Gemeinde Einsparungen von 12 000 bis 13 000 Euro, die bislang jeden Winter für Heizkosten anfielen.

Viele Protestanten in Wanne-Mitte sind nicht nur wütend über die Entscheidung, sondern fühlen sich ungerecht behandelt. Denn schon seit der Zusammenlegung mit den Gemeinden Wanne-Süd und -West war -Mitte ohne eigene Pfarrstelle und aufgeteilt in zwei Pfarrbezirke. Bereits damals war der Unmut spürbar.

Wie es weitergeht für die evangelischen Christen in Wanne, ist ungewiss. Fest steht: Das Gotteshaus wird nicht entwidmet, das Konzept der „Citykirche“ mit Gastspielen von Künstlern bleibt bestehen. Und an dem Gerücht, die Kirche solle zur Moschee werden, sei nichts dran, versichert Otterstein nachdrücklich. Die Matthäus-Gemeinde arbeitet derzeit an einem Konzept für ihre Immobilien. Denn sie verfügt über mehrere Gebäude an Haupt-, Zeppelin- und Bickernstraße.

Nicht alle werde die Gemeinde auf Dauer halten können. Herbert Otterstein prophezeit: „Es werden noch ganz andere Entscheidungen zu treffen sein.“