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Vorsitzender des TTC Ruhrstadt steht vor Gericht

14.01.2016 | 18:11 Uhr
Vorsitzender des TTC Ruhrstadt steht vor Gericht
Fördermittel für die Ruhrstadt-Arena stehen im Zentrum des Prozesses vor dem Herner Amtsgericht.Foto: Gero Helm

Herne.   Der Vorsitzende des Tischtennis-Zweitligisten TTC Ruhrstadt steht vor Gericht. Es geht um Subventionsbetrug in Höhe von fast 20 000 Euro.

Das Amtsgericht Herne unter Vorsitz von Richter Frank Gutberger hat gestern das Strafverfahren gegen den Vorsitzenden des Tischtennis-Zweitligisten TTC Ruhrstadt an das Schöffengericht weitergegeben. Der Vorwurf, der im Raum steht: Subventionsbetrug zu Lasten der Stadt Herne in Tateinheit „mit unrichtigen Angaben zwischen dem 1. Februar 2014 und dem 17. März 2014 für sich und andere“.

Der Fall dreht sich um die Vergabe von 19 500 Euro Fördermitteln, die für den Ausbau des Hochwasserschutzes für die Ruhrstadt-Arena am Ende der Sodinger Straße gedacht waren. Doch die Aussagen des Angeklagten Peter K. hätten ihn zum Schluss kommen lassen, dass eine „Geldstrafe für diesen Fall ausgereizt“ sei, so der Richter.

Der Sportausschuss des Rates hatte am 29. April 2014 die Fördermittel beschlossen. Grundlage war das beigelegte Angebot einer Bochumer Firma. Doch das sowie spätere Rechnungen entpuppten sich laut Anklageschrift im Nachhinein als Fälschungen. Es seien zwar einige Arbeiten von „vier bis fünf Leuten“, die eigens dafür aus Polen geholt worden seien, ausgeführt worden. Aber dieses Team sei für eine andere Bochumer Firma tätig gewesen. Deren Chef will der Angeklagte nur über eine Telefonnummer gekannt haben. Zwei Rechnungen habe er persönlich bezahlt, drei weitere, die dem Rechnungsprüfungsamt als Verwendungsnachweis vorgelegt worden waren, kenne er nicht und könne sie sich auch nicht erklären, schilderte der noch amtierende Vorsitzende des Tabellenletzten der zweiten Tischtennis-Bundesliga dem Gericht.

„Ich muss Ihnen sagen, dass sich das alles sehr komisch anhört. Da gibt es auf Nachfrage der Stadt drei Rechnungen, mit denen Sie jetzt nichts zu tun haben wollen,“ hielt das Gericht dem Angeklagten vor.

Der ist nach wie vor Geschäftsführer der insolventen Ruhrstadt Arena GmbH und gleichzeitig auch mit seiner Tochter und dem in akuter Abstiegsgefahr schwebenden Verein Gesellschafter.

Der Angeklagte (58) sieht einer Abgabe des Verfahrens ans Schöffengericht gelassen entgegen. „Ich habe mir nichts vorzuwerfen,“ verabschiedete er sich beim Verlassen des Gerichtsgebäudes von seinem Verteidiger.

Helge Kondring

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2016-01-14 18:11
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