Von Super 8 zur Digicam: Filmgruppe Herne geht mit der Zeit

Die  Filmgruppe Herne: Reinhard Groben, Kuno Kohlbach, Fritz Holzapfel, Rüdiger Kalwa (v.l.).
Die Filmgruppe Herne: Reinhard Groben, Kuno Kohlbach, Fritz Holzapfel, Rüdiger Kalwa (v.l.).
Foto: Wilfried Sieks
Was wir bereits wissen
Die Super 8-Ära haben die Amateurfilmer hinter sich gelassen. Heute arbeitet das Quartett mit digitaler Technik. Ihre „Minutenfilme“ wurden schon ausgezeichnet.

Herne..  Als man noch kleine und große Ereignisse auf 5,69 mal 4,22 Millimeter Zelluloid festhielt, fand in Herne eine Gruppe Amateurfilmer zusammen. Zunächst im neuen Freizeithaus des Revierparks, dann im Gemeindesaal der evangelischen Matthäus-Kirche an der Bismarckstraße, um später ins Otto-Hahn-Gymnasium zu wechseln.

„Hier blieben wir einige Zeit, dann wurde der Medienraum anderweitig benötigt“, erinnert sich Rüdiger Kalwa, der 1985 zur Amateurfilmgruppe Herne stieß. Heute trifft sich die Gemeinschaft wechselweise bei den Mitgliedern in Alt-Herne und Wanne-Eickel. „Wir haben echte Nachwuchssorgen“, betont der Senior der Gruppe, Fritz Holzapfel (80), der mit Unterbrechungen seit Anfang der 1970er-Jahre der Filmgruppe angehört.

Der einst so beliebte Super 8-Film kommt heute nicht mehr zum Einsatz. Die Filmer von einst sind im „digitalen Zeitalter“ angekommen. Rüdiger Kalwa (66), Kuno Kohlbach (72), Fritz Holzapfel (80) und Reinhard Groben (66) greifen längst auf „Digicams“ zurück, obwohl sie immer noch der guten, alten Super 8-Zeit nachtrauern.

So lagern im Filmkeller von Rüdiger Kalwa an der Vödestraße echte „Schätze“, denn der Herner hielt schon früh Sehenswertes für die Nachwelt auf Zelluloid fest. Dazu gehören Aufnahmen von Zechen, Trinkhallen und Veranstaltungen. Auch ein seltenes Porträt des „King of Bottleship“ Jonny Reinert drehte die Gemeinschaft Anfang der 80er-Jahre. Ein sehenswertes, seltenes Zeitdokument.

In der deutschen Amateurfilmszene hat die Gruppe längst einen Namen. Vor allem die Umsetzung einminütiger Gags hat es dabei dem „Quartett“ angetan, das nicht nur Kameras bedient, sondern auch schon mal davor agiert. Für ihre „Minutenfilme“ wurden die Herner schon mehrfach ausgezeichnet, zuletzt bei einem Festival im Kleinen Herner Theater.

Nun arbeitet die Gruppe an einem neuen Projekt. Es geht um das Thema „Fee“. Eine Arbeit, die anschließend bei der Nachbearbeitung viel Kleinarbeit am Computer erfordere. „Früher war das Filmen eine kostspielige Angelegenheit, daher hat man ja meist nur im Familienkreis gedreht“, sagt Fritz Holzapfel. Wer sich heute für das Hobby Film entscheide, benötige nicht nur eine gute Kamera, sondern auch einen Computer mit einem speziellen Programm. „Da kommen dann schon mal zwei bis drei Tausend Euro zusammen“, unterstreicht der filmende Gruppensenior, der sich über neue Mitglieder in diesem Kreis freuen würde. „Es wird nicht nur über Film geredet, sondern auch schon über Sport und Politik, manchmal treffen wir uns auch einfach nur zum Quatschen“, sagt Rüdiger Kalwa.

Die Filmgruppe drehte 2007 unter anderem einen Beitrag über die „Künstlerzeche Unser Fritz“.

Drei Jahre später begleitete sie im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2010 die „Picknickdeckenaktion auf der Emscherinsel“.

Wer sich für die Filmgruppe Herne interessiert, kann sich mit Rüdiger Kalwa (HER 42 628) in Verbindung setzen.