Von neuen und alten OB-Kandidaten in Herne

Es blieb ein Traum: Sonia Mikich wurde nicht OB-Kandidatin in Herne.
Es blieb ein Traum: Sonia Mikich wurde nicht OB-Kandidatin in Herne.
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Wen schicken die Grünen am Mittwoch ins OB-Rennen in Herne? Keine parteilose Frau wie ursprünglich geplant. Das Politgeflüster am Wochenende.

Reinke soll’s richten

Gesucht wird: eine parteilose und respektable Frau, die bei der OB-Wahl gegen Frank Dudda (SPD) am 13. September nicht von vorneherein chancenlos ist. Dieses Anforderungsprofil hatten Grüne, Linkspartei und Piraten/AL im Herbst 2014 bei der Suche nach einem gemeinsamen Kandidaten entwickelt. Der (sehr ambitionierte) Anspruch wird sich aber wohl nicht realisieren lassen. Nachdem sich der wahnwitzig klingende Wunsch, WDR-Chefredakteurin Sonia Mikich für die OB-Wahl gewinnen zu können (wir berichteten), nicht erfüllte, konnte auch eine von den Piraten ins Auge gefasste überparteiliche Kandidatin nicht für Herne gewonnen werden. Nun läuft alles darauf hinaus, dass aus der parteilosen Frau ein Mann mit Parteibuch wird. Nach WAZ-Informationen wollen die Grünen am Mittwoch Ratsfraktions-Vize Thomas Reinke zum OB-Kandidaten küren. Anschließend könnten Linke und Piraten (plus AL) prüfen, ob sie mit dem 41-Jährigen leben können. Beide Parteien haben bereits signalisiert, keinen eigenen OB-Kandidaten aufstellen zu wollen. Thomas Reinke wollte sich auf WAZ-Anfrage nicht zu einer möglichen Kandidatur äußern. Der Realschullehrer, der bereits mehrere Jahre Ratserfahrung besitzt, trat bisher vor allem als Sportpolitiker in Erscheinung. 2014 übernahm er zudem den Vorsitz im Betriebsausschuss Gebäudemanagement. Und: Er wird als Nachfolger der Grünen-Fraktions-Chefin Dorothea Schulte gehandelt, falls diese sich – wie mehrfach von ihr angedeutet – vorzeitig aus dem Rat zurückziehen sollte.

Doppel-Sieg für PNVD

Dass Peter Neumann-van Doesburg (oder: PNVD, wie ihn das Politgeflüster aus Gründen der Textökonomie nennt) bei der Nominierung zum OB-Kandidaten in der CDU mehr Unterstützung erhielt als Frank Dudda im November in der SPD (amtliches Endergebnis: 92 Prozent zu 90,1 Prozent), haben wir gestern berichtet. PNVD hat aber beim CDU-Parteitag im Bürgersaal der Akademie Mont-Cenis noch einen weiteren „Sieg“ in einem Fernduell erringen können. Der 58-Jährige schnitt nämlich auch deutlich besser ab als sein Vorgänger in der Herner Union. Der amtierende CDU-Parteichef Markus Schlüter wurde 2008 von seiner Partei mit dem „ehrlichen Ergebnis“ von nur 80,5 Prozent als OB-Kandidat nominiert.