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Von Harpen nach Unser Fritz

16.07.2009 | 18:09 Uhr
Von Harpen nach Unser Fritz

Es passiert nicht allzu oft, dass sich Schulklassen fremder Städte für das Heimatmuseum an der Unser-Fritz-Straße interessieren. In dieser Woche bekam Museumspädagoge Ulrich Thimm Besuch von Grundschülern aus Harpen.

Dass sie ihren Ferienausflug gerade dorthin unternahmen, hat einen triftigen Grund – und der trägt ein T-Shirt mit Wanne-Eickel-Wappen sowie einen Zylinder auf seinem Haupt. Darunter schauen lange schwarze Haare hervor. Richtig! Horst Schröder.

Der Frontmann der Gruppe Good Vibration ist nicht nur bekennender Wanne-Eickeler, sondern auch Leiter der „Offen Ganztagsgrundschule” an der Harpener Rosenbergschule. „Wir betreuen die Kinder während des Schuljahres an den Nachmittagen und bieten auch in der ersten Ferienhälfte allerlei Aktionen”, erzählt der gebürtige Unser Fritzer. Eine dieser Aktionen trägt den Titel „Ich zeige dir meine Stadt”. Und so präsentierte er seine Stadt. „Das Heimatmuseum ist ein starkes Stück Wanne-Eickel. Meine Mutter ist dort noch zur Schule gegangen”, sagt Schröder, der vor seiner Tätigkeit an der Rosenbergschule als Altenpfleger in der Flora Marzina gearbeitet und noch davor eine Ausbildung zum Bergmechaniker absolviert hat – auf der Zeche Unser Fritz. Und während er die Stationen seines Berufslebens skizziert, hören seine Ferienkinder gebannt zu, was Ulrich Thimm über die Großtiere der Eiszeit zu erzählen hat. Die Knochenparade an der Museumswand fasziniert Oliver und Jawad besonders. Von der Eiszeit geht es direkt in eine typische Wohnung, wie es sie in unserer Stadt zu Anfang der Bergbaublüte zu Tausenden gab. In der Stube verblüfft Museumspädagoge Thimm die Kinder damit, dass es sich bei der ovalen Blechbombe mit Schraubverschluss um eine Wärmflasche handelt, erläutert, was sich hinter dem Begriff „Kostgänger” verbirgt und wird von Daniel gefragt, ob er „all' diese komischen Wörter” habe auswendig lernen müssen.

Daniel gehört zu den wenigen, die vor dem Ausflug schon einmal in Wanne-Eickel waren. Er kennt das Wananas und die Cranger Kirmes. Nur Lucas fährt öfter 'mal in die Emscherstadt: „Meine Oma und mein Opa wohnen in Wanne-Eickel.”

Bernd Nickel

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