Von Fraktionsdisziplin, einem Verlag und einem Blumenstrauß

Grünen-Fraktionschefin Dorothea Schulte überreichte OB-KandidatThomas Reinke Blumen.
Grünen-Fraktionschefin Dorothea Schulte überreichte OB-KandidatThomas Reinke Blumen.
Foto: Grüne
Was wir bereits wissen
Fraktionsdisziplin in Reinform, ein „neuer“ Verlag in Herne und ein hübsches Blumensträußlein – das Politgeflüster zum Wochenende.

Das böse F-Wort

Da war es wieder, das böse F-Wort: Ein (un-)schönes Lehrstück in Sachen „Fraktionsdisziplin“ führte in dieser Woche der SPD-Bezirksverordnete Ernst Schilla auf. In der Sitzung der Bezirksvertretung Sodingen legte sich der 68-Jährige für zwei Winterlinden an der Haltestelle Granitstraße auf der Mont-Cenis-Straße ins Zeug. Die Bäume sollen einem barrierefreien Ausbau des Halts zum Opfer fallen. Den Hinweis der Stadt, dass die Fällung der Linden alternativlos sei und diese durch zwei Neupflanzungen an anderer Stelle ersetzt würden, ließ Schilla nicht gelten. Er sprach sogar von einem „leichtfertigen Umgang“ der Verwaltung mit Straßenbäumen und erntete dafür Unterstützung der Grünen. Als es zur Abstimmung ging, hob der Sozialdemokrat dann den Arm für - erraten - die Fällung der Winterlinden. Womit sich - nicht zum ersten Mal - die Frage stellt, wem die Mandatsträger eigentlich verpflichtet sind: dem Bürger oder ihrer Fraktion?

Dschihad-Verlag, Herne

Der islamistische Terror hat Herne erreicht - in Form eines Witzes in der „Heute-Show“ im ZDF. Einen satirischen Beitrag über den Salafisten Pierre Vogel schloss Moderator Oliver Welke mit den Gag ab, dass dessen Buch „Keine 100 Tipps, wie man Ungläubige platt macht“ im „Dschihad-Verlag, Herne“ erschienen sei. Warum die „Heute-Show“ diesen (fiktiven) Verlag ausgerechnet in Herne ansiedelte? Das weiß nur der Welke.

OB-Kandidaten-Strauß

Legendär sind in Herne die Koalitionstorten. Als SPD und Grüne übernahmen, wurden Erdbeer- und Kiwi-Törtchen gereicht, als Rot-Schwarz aus der Taufe gehoben wurde, gab es einen Erdbeer-Brombeer-Kuchen. Die Grünen, die nicht mehr an der Macht sind und nun kleine Brötchen backen müssen, haben dafür den OB-Kandidaten-Strauß entdeckt. Grünen-Fraktionschefin Dorothea Schulte überreichte ein Gebinde mit fast philosophischer Aussagekraft an Thomas Reinke, nachdem er von den Grünen für die Wahl im September nominiert wurde. Der Strauß sei bunt wie die Bürger, die Reinke vertreten werde, erläuterte Schulte, und umrandet von Grün, was sozusagen die Basis symbolisiere. Bleibt die Frage: Was gibt es dann, wenn Reinke als OB-Kandidat für die gesamte Opposition antritt?