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Vom Kohlenweg zur Kunststraße

06.04.2008 | 18:25 Uhr

Eine Reise entlang des 29 Kilometer Gahlenschen Kohlenweges, der für die Kulturhauptstadt 2010 wiederentdeckt worden ist. Einige Projekte und Standorte sind schon angedacht

Startpunkt der Reise entlang des Gahlenschen Kohlenweges war die historische Ruhrschleuse in Hattingen. Die Kunsthistorikerin Dr. Elisabeth Kessler-Slotta erläuterte während der Fahrt die Geschichte des Weges. Foto: Winfried Labus

Heute dauert der Weg mit dem Auto nur einige Stunden. Früher brauchten die schwer beladenen Pferdefuhrwerke mehrere Tage für den 29 Kilometer langen Gahlenschen Kohleweg. Auf Initiative des Herner Künstlers Helmut Bettenhausen soll die alte Route aus vorindustrieller Zeit anlässlich der Kulturhauptstadt 2010 zu einer Straße der Kunst werden. Fünf Kunstvereine haben sich für dieses Projekt zusammen getan: der Kunstverein Hattingen, die Galerie Januar aus Bochum, der Förderverein Unser Fritz 2/3 aus Herne, der Gelsenkirchener Kunstverein und der Kunstverein Virtuell-Visuell aus Dorsten. Am Samstag haben sich Künstler und Künstlerinnen sowie Vertreter der Kunstvereine auf Spurensuche entlang dieses historischen Weges quer durchs Ruhrgebiet begeben. Die Bochumer Kunsthistorikerin Dr. Elisabeth Kessler-Slotta, Sprecherin des Projektes, erläuterte während der Fahrt die Geschichte des Weges.

Im 18. Jahrhundert führte der Gahlensche Kohleweg von den kleinen Zechen an der Ruhr im Bochumer Süden über Herne, Gelsenkirchen bis Dorsten. Mühsam wurde die Kohle in Säcken auf Fuhrwerken transportiert, um über die Lippe weiter verschifft zu werden. Nach wenigen Jahren fand man einen einfacheren Weg, Kohle zu transportieren: Die Ruhr wurde schiffbar gemacht. Doch noch heute zeugen viele Straßenführungen und Straßenamen von diesem historischen Weg.

So fuhr der Bus über Gahlenstraßen, Kohlenstraßen und Dorstener Straßen. Zahlreiche historische Wegmarken entlang der Route sind heute noch zu sehen. Da gibt es Gasthöfe wie die "Lönsmühle" oder "Zum alten Fritz" in Herne, die als Rastpunkte für die Pferdefuhrwerke dienten. Von den mehr als 50 Schlagbäumen, an denen Zoll zu entrichten war, sieht man heute glücklicherweise nichts mehr.

Die Rundreise erfolgte fast immer entlang der historischen Straßenführungen vom heute idyllischen Bochumer Süden über die Dorstener Straße durch Herne bis zum ländlichen Dorsten, wo noch Kohle angebaut wird. Für die neue Kunstraße sind einige Projekte und Standorte schon angedacht. So soll die Kreuzung der Dorstener Straße mit der A 40 oder die Städtegrenze zwischen Bochum und Herne markiert werden. Helmut Bettenhauen will im Resser Wäldchen in Wanne die noch vorhandenen Reste der alten Chaussee freilegen. In Gelsenkirchen sollen die Kirchen entlang der Cranger Straßen zum Kunstraum werden.

"Einige Ideen und Konzepte liegen uns vor", sagt Jens Blome vom Förderverein Unser Fritz. "Aber noch ist nicht endgültig über die Projekte und Künstler entschieden". Hugo Koch, von der Galerie Januar, ergänzt: "Uns liegt leider immer noch keine Entscheidung der Ruhr 2010 GmbH vor, ob unser Projekt überhaupt angenommen wird. So ist es fast unmöglich, jetzt schon Künstlerinnen und Künstlern richtige Zusagen zu machen."

Es ist ein engagierte Projekt von privaten Trägern, das über die Grenzen von fünf Städten hinweg führt. Die neue Kunststraße könnte zu einer anschauliche Route werden, die den Strukturwandel im Ruhrgebiet mit den Mitteln der Kunst deutlich macht.

Von Falko Herlemann

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