Viel zu tun wegen der Erhöhung der Steuer?

1 Herr Engelhart, NRW hat zur Einhaltung der Schuldenbremse und zur Verbesserung der Finanzlage des Landes die Grunderwerbsteuer zum 1. Januar 2015 von 5 auf 6,5 Prozent erhöht. Hatten sie als Notar kurz vor Jahresschluss wegen des Endspurts mehr zu tun als üblich?

Engelhart: Ich habe ja nur eine kleine Kanzlei, da ist die Zahl der Klienten nicht exorbitant nach oben gestiegen. Aber diejenigen, die sich sowieso ein Grundstück kaufen wollten, haben natürlich zugelangt, um noch mit dem alten Steuersatz veranschlagt zu werden. Ich selber habe mir übrigens auch noch schnell eins zugelegt.

2 Es gab also keine regelrechte Torschlusspanik bei Ihnen?

Die meisten Klienten waren gut vorbereitet und haben sich rechtzeitig gemeldet.

3 Finden Sie die Erhöhung der Grunderwerbsteuer angemessen, und wie kann der potenzielle Immobilienkäufer sie jetzt noch umgehen?

Die erhöhten Einnahmen kommen den gebeutelten Städten direkt zugute und nicht etwa der Landeskasse. Zu den finanziell schwachen Kommunen gehört ja auch Herne. Die Stadt ist schließlich pleite. Wer sich nicht rechtzeitig für einen Immobilienkauf entschieden hat, kann rückwirkend nichts mehr machen. Für den ist der Käse seit dem 1. Januar gegessen.

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