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23. Wandertag

Viel Natur, wenig Stadt

11.10.2009 | 17:54 Uhr
Viel Natur, wenig Stadt

Das Wandern ist des Herners Lust: Eiligen Schrittes und gut gelaunt spazierten am Sonntag rund 450 Wanderer durch den Gysenbergpark und zeigten bei der 23. Auflage des Wandertages, dass sich die Herner immer noch gern die Siebenmeilenstiefel schnüren.

In Zusammenarbeit mit der Stadt Herne und dem Sauerländischen Gebirgsverein, Abteilung Herne, organisierte der Stadtsportbund (SSB) am Sonntag einen Tag, der ganz im Zeichen der körperlichen Betätigung und der Naturverbundenheit stand. Zwei Wanderrouten durch Bochum und Herne hatte der SSB erstellt. Angeleitet durch kleine rote Wegweiser an den Bäumen entlang der Strecke, konnten sich die Wanderfreudigen zwischen einer neun und einer elf Kilometer langen Strecke entscheiden. Dabei ging es nicht um gelaufene Bestzeiten, „sondern darum, die Zeit und den Stress zu vergessen”, erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Stadtsportbundes, Burkhard Ladewig.

Sehr idyllisch starteten beide Strecken im Gysenbergpark und führten durch den großen Wald Richtung Bochum-Hiltrop. Weiter ging es entlang der großen Felder in Bochum-Bergen, „bewusst durch viel Natur und wenig Stadt”, so Ladewig weiter. Von Bochum aus führten die Strecken zurück nach Herne, wo sie letztlich wieder im Gysenbergpark endeten.

Waren in den Vorjahren deutlich mehr Starter ins Feld gezogen, schreckten der morgendliche Regen und der durchgehend verhangene Himmel diesmal viele Wanderer ab. Doch die Freizeitgeher, die dem Wetter trotzten, sah man gut gelaunt durch den Wald stapfen. So auch Ursula Himmert, die mit einer 16 Frauen umfassenden Wandergruppe des TuS Herne die körperliche Bewegung in der Gesellschaft genoss: „Es war eine super Strecke, auch nicht zu schwer für Menschen im gehobenen Alter. Und die frische Luft hat allen gut getan.”

Auch Birgit Wieck-Drenhaus genoss den Tag: „Der Wandertag ist spitze”, sagt sie. „Die eigene Fitness, gerade im stressigen Alltag, ist superwichtig.”

Stressabbauen in der Natur: ein Phänomen, das deutschlandweit Menschen im mittleren Alter und aufwärts beschäftigt, sieht Burkhard Ladewig einen existierenden Trend. Jugendliche seien dagegen noch nicht wirklich davon „infiziert” - nur sehr vereinzelt waren diese am Sonntag auf den Strecken unterwegs. „Die gehen lieber Joggen, brauchen es, sich richtig zu verausgaben”, erklärt Gertrud Vorthmann, die bei ihren vielen Wanderungen selten junge Gleichgesinnte trifft. Auf die Frage, ob denn ein Wandertag in einer so dicht besiedelten Stadt wie Herne überhaupt Sinn mache, antwortet sie schnellen Schrittes: „Wenn man sich hier gut auskennt, kann man stundenlang spazieren ohne auch nur eine einzige Straße zu sehen.”

Übrigens: Den Wanderpokal für den Verein, der die meisten Teilnehmer zählte, ging einmal mehr an den Turnverein Börnig-Sodigen, zum dritten Mal in Folge.

Henrik Neumann

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