Verträumte Jazz-Klänge verzücken Publikum in Alter Druckerei

Karin Zimny und die Herbie Klinger Band.
Karin Zimny und die Herbie Klinger Band.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Herbie Klinger Band und Karin Zimny zeigten in der Alten Druckerei, dass Jazz in Herne durchaus ein Publikum findet. Dazu gab’s alte Knef-Stücke.

Wunderbar ruhig und verträumt und trotzdem mit stetig pulsierendem Beat starten die Musiker der Marler Jazz-Combo Herbie Klinger Band in diesen Konzertabend in der ausverkauften Alten Druckerei. In hellen Anzügen spielen die vier Musiker am Samstag um den namensgebenden Gitarristen ein stimmiges Intro, bevor dann Sängerin Karin Zimny die Bühne betritt.

George Gershwins „A Foggy Day“ macht den Anfang, und ein bisschen vernebelt ist auch Zimnys Stimme in den ersten Tönen, gewinnt aber im Laufe des Abends immer mehr an Volumen. Peter Thoms spielt die Drums stilsicher, erfrischend variationsreich und zwischen Beckenwirbel und Kontrabassläufen überrascht Thomas Schäfer immer wieder mit virtuosen Piano-Einschüben.

Neben klassischen Jazz-Standards singt Zimny, am Flügel lehnend, auch Knef-Songs, wunderbar deutlich artikuliert und immer mit einem Lächeln in den Mundwinkeln. Ihre Stimme ist leicht in der Höhe und kräftig in der Mittellage. Zwischen den Songs plaudert sie entspannt mit dem Publikum: „Ich erzähl’ Ihnen mal meine Woche, hört sich ja sonst niemand an!“

Bereichert werden die vier Musiker im Laufe des Abends durch ein Bläserduo aus Saxofon und Trompete. Ob blecherne Trompeten- oder sanfte Saxofonsoli, alle Musiker auf der Bühne setzen ihre Soli dosiert, aber wirkungsvoll ein. Und der Instrumentenreichtum auf der Bühne sorgt für eine sehr abwechslungsreiche Musik und Klangfarbe.

Durchgehend vielseitig präsentieren sich die Musiker auf der Bühne. Auch die Rumba und Tango-Anklänge in „Sway“ verzücken das Publikum und bringen den einen oder anderen in Bewegung, bevor es dann viel Applaus für die Künstler gibt.