Verliebt in das besondere Flair der Behrensstraße

Michael Rossa (l.) und Geschäftsführer Oliver Adamski mögen das Umfeld ihres Lokals.
Michael Rossa (l.) und Geschäftsführer Oliver Adamski mögen das Umfeld ihres Lokals.
Foto: Bodemer
Was wir bereits wissen
Oliver Adamski führt seit 2008 das Reisebüro gegenüber vom Marktplatz. Er stellt fest, dass die Kunden aus dem Internet zurückkehren.

Herne..  Ein Problem zwischen Wanne-Eickel und Herne? Nein, Oliver Adamski sieht da keines. Die Gemeindereform von 1975 sei nun lange genug her. „Ich bin in Wanne-Eickel geboren und arbeite sehr gerne hier in Herne“, erklärt der 48-jährige Reiseverkehrskaufmann. Seit Mai 2008 führt er ein eigenes TUI-Reisebüro in der Behrensstraße 17.

Er liebt seinen Beruf, in dem er seit 1983 tätig ist, über alles. Die Stagnation der vergangenen Jahre hat er gut überstanden. „Man geht wieder ins Reisebüro. Außerdem: Die Marke TUI und meine Erfahrung – das zieht“, erklärt er überzeugt. Der Trend vom Internet wieder zurück zum stationären Bereich sei deutlich zu spüren: „Online suchen, offline buchen lautet die Devise unserer Kunden.“ Man verbringe locker neun bis zehn Stunden pro Woche auf der Suche nach Flügen oder Hotelreisen. Die Neugierde im Netz zu befriedigen, das empfänden die Urlaubshungrigen als cool. „Aber wehe, man bucht individuell, und dann geht was in die Hose!“ Bei Überbuchungen oder Flugzeitänderungen stehen die Kunden dann doch oftmals kleinlaut vor seinem Schreibtisch und bitten um Hilfe.

Sie kommen aber auch gerne wegen des besonderen Flairs auf die Behrensstraße – gerne auch mal aus Wanne oder Eickel. „Als wir damals hier eröffneten, nahm ich viele meiner Kunden mit“, erklärt Adamski. Er verliebte sich in das Objekt an der Ecke gegenüber vom Marktplatz, als er mit seiner Frau im „Nils“ gegenüber saß und einen Kaffee trank. „Das Gebäude war rott, die Decke war abgehängt, die Fenster waren alt, es fehlte eine Klimaanlage“, berichtet Adamski. Wie auch andere Vermieter auf der Behrensstraße zeigte sich die Eigentümerin kooperativ, gemeinsam fanden sie eine Lösung. Neue Fenster, ein Durchbruch, ein schöner Anstrich von innen und außen – fertig war der Traum vom neuen Reisebüro in Herne.

„Diese Stadt ist alles andere als tot, das wissen auch die Vermieter. Eine Stadt braucht immer Bewegung und wenn alle an einem Strang ziehen, haben wir nicht mehr so viele Leerstände“, sagt Adamski. Er sieht die Zukunft rundum positiv und hat erst vor kurzem den Mietvertrag um fünf Jahre verlängert: „Ich kann mir keinen schöneren Standort vorstellen. Hier herrscht nun mal ein besonderes Flair. Es geht ums Sehen und Gesehen werden.“

Für das Straßenfest am 12. Juni hat sich das Team etwas Besonderes ausgedacht: So erwartet die Besucher ein Palmenstrand mitten im Ruhrpott – mit Cocktails und weiteren Überraschungen.