Verhernerung

Städte-Ehe. Da hat die WAZ unlängst einmal aufgelistet, wie viele „Kröten“ Wanne-Eickel in den letzten 40 Jahren hat schlucken müssen und wie übel den Wanne-Eickelern mitgespielt wurde. Dabei ist die Aufzählung der „Instinktlosigkeiten“ keineswegs vollständig und reicht bis in die jüngste Vergangenheit, als sämtliche innerstädtischen Ortsschilder zusätzlich mit dem Namen „Herne“ versehen wurden, damit auch dem letzten Wanne-Eickeler vor Augen geführt wird, in welcher Stadt er jetzt wohnt. Mag der Zusammenschluss seinerzeit ein „gangbarer Kompromiss“ gewesen sein, so war er in der Folgezeit nichts anderes als eine fortlaufende Degradierung Wanne-Eickels zu einem bloßen Vorort von Herne. Wenn die WAZ jetzt immer noch von einer „Städte-Ehe“ spricht, so ist das für viele Wanne-Eickeler blanker Zynismus und ein weiteres Indiz dafür, wie stark die Verhernerung auch der WAZ mittlerweile fortgeschritten ist. Übrigens: Der Artikel über „Die Folgen einer Scheidung“ wäre in einigen Punkten sicherlich anders ausgefallen, wenn nicht ein erklärter Befürworter der Gebietsreform zu Wort gekommen wäre.

Friedrich-Karl Scheer