Vereine weichen

Sechs Sportvereine sowie Gruppen einer evangelischen Kirchengemeinde und eines Kindergartens sind von der Schließung der Turnhalle der Görresschule betroffen. Die Stadt braucht die dortigen Sanitäranlagen für die Flüchtlinge; außerdem sollen in der Halle „soziale Angebote“ durchgeführt werden, heißt es. Zum Vergleich: In der im Herbst 2014 kurzfristig zur Flüchtlingsunterkunft umgewidmeten Halle im Sportpark Eickel mussten noch 17 Vereine weichen.

Warum hat die Stadt die Görresschule nicht schon 2014 genutzt? Das sei aufgrund des damals noch in der Schule befindlichen Mobiliars nicht möglich gewesen, so Stadtsprecher Christoph Hüsken.

„Die jetzige Lösung ist besser. Deutlich weniger Vereine sind betroffen“, sagt Stadtsportbund-Vorsitzender Hans Peter Karpinski und lobt die Stadt. Er und Vereinsvertreter hatten 2014 die Entscheidung für den Sportpark Eickel in Frage gestellt.

Aus den diesmal betroffenen Vereinen gibt es neben großem Verständnis für die Flüchtlingsaufnahme auch Kritik – an der Informationspolitik der Stadt. Am späten Donnerstagnachmittag habe sie die Nachricht aus dem Radio erfahren, so Elfi Heinemann (TV Röhlinghausen). Die Aufregung unter Mitgliedern sei groß. Eine am Freitagabend für rund 50 Kinder geplante Karnevalsfeier in der Turnhalle fiel ins Wasser.