Verdi Herne setzt Initiative Jobcenterwatch vor die Tür

Das Verdi-Haus an der Brunnenstraße, fotografiert am Dienstag, 25.03.14, in Herne. Im Verdi-Haus an der Brunnenstraße eröffnete die GEW ein neues Büro. Foto: Rainer Raffalski / WAZ FotoPool
Das Verdi-Haus an der Brunnenstraße, fotografiert am Dienstag, 25.03.14, in Herne. Im Verdi-Haus an der Brunnenstraße eröffnete die GEW ein neues Büro. Foto: Rainer Raffalski / WAZ FotoPool
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Was wir bereits wissen
Auf Druck von Jobcentermitarbeitern stellt Verdi der Initiative Jobcenterwatch vorerst keine Räumlichkeiten mehr zur Verfügung.

Herne..  Die Mitte 2015 gegründete Initiative Jobcenterwatch will 2016 auf weitere Verbesserungen im Herner Jobcenter drängen. Fürs kommende Jahr muss sich die Gruppe allerdings zunächst einen neuen Treffpunkt suchen: Die aus Langzeitarbeitslosen und Mitgliedern von Linkspartei, Grünen und Piraten bestehende Gruppe kann sich nicht mehr wie bisher in den Räumen von Verdi an der Brunnenstraße treffen. Die Gewerkschaft hat Jobcenterwatch praktisch bis auf Weiteres vor die Tür gesetzt.

Verdi-Sekretär Norbert Arndt formuliert es auf WAZ-Anfrage so: „Ich habe die Initiative gebeten, vorerst woanders zu tagen.“ Er sei damit „den Hinweisen“ von Jobcenter-Mitarbeitern gefolgt, die auch Mitglied bei Verdi seien. In Teilen der Belegschaft habe das Agieren von Jobcenterwatch zu großer Unruhe geführt, so Arndt.

Gesprächsangebot an Personalrat

Der massive Vorstoß durch Behördenmitarbeiter überrascht auch deshalb, weil die Jobcenter-Spitze um Geschäftsführer Karl Weiß sowie die Trägervertreter Luidger Wolterhoff (Arbeitsagentur) und Johannes Chudziak (Stadt) nach anfänglichen Irritationen inzwischen in den Dialog mit der Initiative getreten sind. Wie berichtet, gab es eine gemeinsame öffentliche Diskussion, die anschließend von beiden Seiten gelobt wurde. Bereits vor dieser Veranstaltung hatte das Jobcenter auf Drängen der Initiative die im Vergleich zu Nachbarstädten sehr begrenzten Öffnungszeiten deutlich ausgeweitet.

Verkündet wurde der Rausschmiss in der Sitzung des Herner Verdi-Vorstandes, dem auch Jobcenterwatch-Mitglied Wilfried Kohs angehört. Dieser hat für diesen Schritt „seiner“ Gewerkschaft keinerlei Verständnis. Er verweist drauf, dass die Initiative bei einem früheren Gespräch mit dem Jobcenter-Personalrat das Angebot unterbreitet habe, sich bei Problemen an einen Tisch zu setzen und darüber zu reden: „Dazu ist es aber nicht gekommen“, so Kohs.

Die Jobcenterwatch-Mitglieder Hans-Werner Janßen und Kathrin Wißner können das Veto von Behördenmitarbeitern auch aus einem anderen Grund nicht nachvollziehen: „Es geht hier doch um strukturelle Probleme, unter denen auch Jobcenter-Mitarbeiter leiden.“ Für sie stelle sich die Frage, warum ihnen Steine in den Weg gelegt würden: „Haben Mitarbeiter hier etwas zu verbergen?“

Die Initiative will sich nun an wechselnden Orten treffen. Nächster Termin: Donnerstag, 7. Januar, im Linke-Büro Hauptstraße 181.